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Umfassende Beratung und Qualitätsüberwachung Ihres Bauvorhaben.
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deutschlandweite Berufserfahrung im operativen Geschäft (Bauausführung) im Ingenieur- und Hochbau
Mykotoxine sind Sekundärmetaboliten, also Stoffe, die Schimmelpilze während ihres Wachstums produzieren.
Im Gegensatz zu Sporen, die die Vermehrung des Pilzes sichern, sind Mykotoxine chemische Waffen, die der Pilz einsetzt, um seine Nische zu verteidigen und andere Organismen abzuwehren.
Ein kritischer Punkt ist ihre chemische Stabilität. Sie werden während des Pilzwachstums gebildet und bleiben auch nach dem Absterben des Pilzes chemisch aktiv und wirksam.
Sie können sich im Hausstaub anreichern, in Textilien eindringen und lange Zeit bestehen bleiben – völlig unabhängig davon, ob der Pilz noch lebt.
Gelangen Mykotoxine in die Atemwege, wirken sie:
Mykotoxine greifen auf mehreren biologischen Ebenen an.
Mechanismus 1: Hemmung der Proteinsynthese
– Mykotoxine stören die Fähigkeit von Zellen, Proteine herzustellen, direkt. Dies führt zu:
– Schwächung der Zellbarrieren und Abwehrmechanismen
Mechanismus 2: DNA-Schäden (Mutagenität)
Einige Mykotoxine können das Erbgut beschädigen und Mutationen verursachen. Dies ist:
– ein Langzeitrisiko für Zellveränderungen.
Es besteht daher Grund zu extremer Vorsicht bei Langzeitexposition.
Mechanismus 3: Immunsuppression
Durch die Unterdrückung von Immunfunktionen:
– sinkt die Fähigkeit, andere Infektionen abzuwehren.
– Die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt.
– Der Körper kann sich selbst weniger gut schützen.
Das Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS) – auch als „Körnerfieber“ bekannt (Typ-III-Überempfindlichkeitsreaktion) ist eine klassische Reaktion auf Mykotoxin und Endotoxin-Exposition.
Es tritt auf, nachdem eine Person hohe Konzentrationen an Staub mit Mykotoxinen und Endotoxinen eingeatmet hat.
Typische Symptome
Die Symptome ähneln einer Grippe und treten 4–8 Stunden nach der Exposition auf:
ODTS ist nicht ansteckend, sieht aber aus wie Grippe. Dies führt zu:
Vorkommen und Risiko
ODTS tritt klassisch in landwirtschaftlichen Umgebungen auf (daher der Name „Farmerlunge“ für die chronische Form). Es kann aber auch in Wohnräumen nach Wasserschäden auftreten, wenn:
In normalen Wohnräumen sind die Konzentrationen meist geringer als auf Bauernhöfen, aber immer noch gesundheitsrelevant für empfindliche Personen.
In der Praxis werden oft Biozide eingesetzt, um Bakterien und Pilze „abzutöten” und das Problem somit zu lösen.
Wenn Bakterien durch Biozide oder andere Mittel absterben, werden ihre Endotoxine massiv freigesetzt, oft in höheren Konzentrationen als während eines natürlichen Absterbeprozesses.
Das Ergebnis: Die Raumluft ist nach dem Einsatz von Bioziden oft stärker belastet als zuvor.
Menschen berichten häufig von verschlimmerten Symptomen direkt nach einer „Desinfektion“:
Endotoxine sind Bestandteile der äußeren Zellwand gramnegativer Bakterien. Sie bestehen hauptsächlich aus Lipopolysacchariden (LPS), das sind komplexe Moleküle, die Teil der Bakterienzellstruktur sind.
Endotoxine werden nicht während des Lebens des Bakteriums freigesetzt, sondern nur beim Zelltod.
Dieser Zelltod kann durch folgende Faktoren ausgelöst werden:
Ein lebender Biofilm mit Millionen von Bakterien ist oft weniger problematisch als eine trockene Umgebung, in der diese Bakterien gerade abgestorben sind und ihre Endotoxine freisetzen.
Dies erklärt ein paradoxes Phänomen: Manchmal geht es Menschen besser, wenn feuchte Bedingungen bestehen, als wenn das Material austrocknet, weil in der feuchten Phase die Bakterien noch leben und ihre Endotoxine nicht freisetzen.
Endotoxine binden an spezifische Rezeptoren auf Immunzellen, insbesondere an den Toll-like-Rezeptor 4 (TLR-4). Diese Bindung löst Signalkaskaden aus, die zur Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen führen.
Diese Zytokine sind die Alarmsirenen des Immunsystems und Signalisieren dem Körper ein Problem.
Die Folge dieser Zytokinfreisetzung ist eine systemische Entzündungsreaktion.
Bei
– geringen Konzentrationen:
– Bei mittlerer Konzentration:
– Bei hohen Konzentrationen (medizinischer Notfall):
Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass eine chronische Endotoxin-Exposition auch mit Arthritis und anderen chronischen Entzündungserkrankungen assoziiert ist.
Das Immunsystem erkennt Mikroorganismen nicht primär daran, ob sie leben oder nicht, sondern anhand spezifischer Strukturen, die Gefahr signalisieren. Diese Strukturen werden als PAMPs (Pathogen-Associated Molecular Patterns) bezeichnet.
Dazu gehören:
– β-Glucane aus Pilzzellwänden
– Lipopolysaccharide (LPS) aus Bakterienzellwänden,
– Chitin und andere Pilzbestandteile.
Der Prozess der chronischen Aktivierung: Diese PAMPs binden an Toll-like-Rezeptoren (TLRs) auf Immunzellen und lösen Signalkaskaden aus. Normalerweise ist dies ein kurzer, fokussierter Prozess. Der Körper reagiert, beseitigt die Bedrohung und die Entzündung ebbt ab.
Bei wiederholter oder chronischer Exposition entsteht jedoch etwas anderes: Der Körper bleibt in einem Zustand latenter, persistierender Entzündung.
Dieser Zustand permanenter, niedriger Entzündung führt zu:
Langzeitfolgen
Eine chronische Entzündung wirkt sich langfristig auf verschiedene Systeme aus und erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen.
Eine wichtige Erkenntnis aus neueren Forschungen ist, dass die Kombination verschiedener mikrobieller Komponenten die Entzündungsreaktionen, über die Summe ihrer Einzeleffekte hinaus, erheblich verstärkt.
Dies geschieht beispielsweise, wenn in einer feuchten Umgebung folgende Substanzen gleichzeitig vorhanden sind:
Chitin aus Pilzstrukturen, dann ist die Gesamtwirkung stärker als die Summe der Einzeleffekte. Das Immunsystem wird nicht einfach additiv stärker aktiviert, sondern die verschiedenen Signale verstärken sich gegenseitig und führen zu einer verstärkten Entzündungsreaktion.
Praktische Folgerung für die Bewertung: Es reicht oft nicht, nur eine einzelne Substanz zu messen. Entscheidend sind die Mischung und das Zusammenspiel.
So kann ein Raum ein niedriges Schimmelpilzwachstum aufweisen, aber dennoch eine hohe Konzentration an Mykotoxinen, Endotoxinen und Zellbestandteilen enthalten. In diesem Fall bleibt die Umgebung gesundheitsrelevant, auch wenn die klassischen Laborwerte niedrig sind.
Die Bestandteile Mykotoxine, Endotoxine und Zellwandbestandteile von toten Schimmelpilzen und Bakterien bleiben aktiv und können auch nach dem Absterben der Schimmelpilze und Bakterien weiterhin Entzündungen, Allergien und Symptome auslösen.
Sollten die Themen dieses dreiteiligen Artikels für Sie relevant sein, kontaktieren Sie mich gerne. Ich begleite Sie durch den gesamten Prozess: von der Inaugenscheinnahme und Probenahme über die Schadensberatung (Unterstützung bei der Festlegung des Sanierungsziels) bis zur abschließenden Erfolgskontrolle. www.BauSV-Schumacher.de
Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung, Ortsbegehung oder medizinische Bewertung. Bei konkreten Schäden oder Gesundheitsbeschwerden wenden Sie sich bitte an qualifizierte Ärzte oder Umweltmediziner.
Eine Allergie ist keine Schwäche oder Überempfindlichkeit, sondern eine Fehlinterpretation des Immunsystems.
Normalerweise ist das Immunsystem dafür zuständig, den Körper vor echten Bedrohungen zu schützen. Bei einer Allergie hält das Immunsystem harmlose oder wenig schädliche Substanzen, sogenannte Allergene, für gefährlich und reagiert mit einer Überreaktion.
Im Kontext von Wasserschäden und Schimmelbefall können sowohl lebende als auch abgestorbene Zellbestandteile von Pilzen und Bakterien als Allergene fungieren.
Die zwei Phasen einer allergischen Reaktion
Phase 1: Sensibilisierung (oft ohne Symptome)
Das Immunsystem begegnet einem Allergen zum ersten Mal. Es erkennt es als fremd und speichert diese Information ab. Der Körper produziert spezifische Antikörper gegen dieses Allergen, die wie eine Art Erinnerung für zukünftige Begegnungen wirken.
Diese Phase kann symptomfrei ablaufen. Die Person bemerkt oft nichts, aber das Immunsystem wurde „aktiviert” und ist jetzt sensibilisiert.
Phase 2: Die Reaktion (plötzlich und teilweise heftig)
Beim erneuten Kontakt mit demselben Allergen erfolgt eine sofortige Immunantwort. Mastzellen werden aktiviert und setzen Histamin und andere Botenstoffe frei.
Dies führt zu den klassischen Symptomen: Niesreiz, Schleimhautschwellung, Juckreiz und in schweren Fällen Atemnot.
Kritisch wird es, wenn eine Person, die vorher jahrelang problemlos in einem Gebäude gelebt hat, nach einem Wasserschaden plötzlich überempfindlich wird. Das Immunsystem wurde „aktiviert“ und reagiert nun anders auf die mikrobiellen Bestandteile (u. U. auch auf solche, die bereits zuvor vorhanden waren). Dies erklärt, warum Bewohner nach einem Wasserschaden plötzlich Symptome entwickeln, die zuvor nicht auftraten.
Nicht alle allergischen Reaktionen sind gleich. Das Immunsystem verfügt über verschiedene Mechanismen, um auf Allergene zu reagieren. Hier sind die drei hauptsächlichen Typen:
Typ I (Soforttyp):
– Zeitverlauf: Sekunden bis Minuten nach Kontakt
– Mechanismus: IgE-Antikörper vermittelt
– Typische Symptome:
– In schweren Fällen anaphylaktische Reaktionen
Diese Typ-I-Reaktion ist das, was die meisten Menschen als „klassische Allergie” kennen. Sie tritt schnell auf, ist oft sehr unangenehm, aber normalerweise begrenzt.
(Typ II –. Zytotoxisch, nicht hauptsächlich)
Typ III – Immunkomplextyp:
– Zeitverlauf: mehrere Stunden bis zu 48 Stunden nach Kontakt
– Mechanismus: Bildung von Antigen-Antikörper-Komplexen
– Typische Symptome:
Diese Reaktion wird oft übersehen, da die Symptome verzögert auftreten und nicht sofort mit dem Allergen in Verbindung gebracht werden. Sie ist als „Farmerlunge” (exogen-allergische Alveolitis) bekannt, kann aber auch nach der Exposition gegenüber Schimmelpilzsporen und Bakterien in feuchten Gebäuden auftreten.
Typ IV – Spättyp:
– Zeitverlauf: 24 bis 72 Stunden nach Kontakt
– Mechanismus: T-Lymphozyten
– Typische Symptome:
Diese Reaktion verläuft langsamer als die anderen Typen und wird oft übersehen, da die Symptome nicht unmittelbar auftreten.
Ein oft übersehener Aspekt sind die sogenannten Endotoxine, die Bestandteile der Zellwände gramnegativer Bakterien sind. Gramnegative Bakterien bilden eine große Gruppe von Bakterien, die sich durch ihre charakteristische doppelte Zellwand auszeichnen. Diese macht sie mikroskopisch nicht nur farblich unterscheidbar, sondern auch medizinisch oft problematisch. Sie sind insbesondere in der Infektiologie und der Antibiotika-Forschung von Bedeutung.
Diese Substanzen wirken nicht direkt als Allergene, sondern als Adjuvanzien, also als Verstärker. Sie senken die Reizschwelle des Immunsystems erheblich.
Das Ergebnis: Eine Person, die vorher auf eine bestimmte Exposition nicht reagiert hätte, reagiert jetzt heftig.
Dies erklärt, warum manche Menschen nach einem Wasserschaden massiv überempfindlich werden. Die Endotoxine der Bakterien haben das Immunsystem „scharf gemacht”, sodass es danach empfindlicher auf vieles reagiert.
Symptomklassifikation: Welche Zeichen deuten auf eine mikrobielle Belastung hin?
Auge und Nase:
Lunge und Atemwege:
Haut:
Ekzeme oder Hautausschläge, die nicht auf eine Behandlung ansprechen
Allgemeines Befinden:
Infektionen unterscheiden sich grundlegend von allergischen oder toxischen Reaktionen.
Bei einer Infektion müssen die Mikroorganismen vital und vermehrungsfähig sein. Der Körper wird nicht nur durch die Anwesenheit der Erreger gefährdet, sondern auch durch ihre Fähigkeit, sich auszubreiten, Gewebe zu beschädigen oder Toxine zu produzieren.
Eine allergische Reaktion kann dagegen auch durch tote Zellbestandteile ausgelöst werden. Eine Infektion nicht – der Organismus muss leben.
Pilzinfektionen (Mykosen) in Wohnumgebungen
Von den über einer Million bekannten Pilzarten sind nur wenige dazu in der Lage, Menschen zu infizieren. Die gefährlichste Art in Wohnumgebungen ist Aspergillus fumigatus, der invasive Aspergillosen (tiefe Pilzinfektionen) verursachen kann.
Wer ist besonders gefährdet?
Invasive Pilzinfektionen treten fast ausschließlich bei Personen mit einem beeinträchtigten Immunsystem auf:
Es gibt zwei Formen:
Nach Wasserschäden, insbesondere nach einer Kontamination mit Abwasser oder nach Überschwemmungen, finden sich häufig pathogene Bakterien.
Diese können Wund- oder Atemwegsinfektionen verursachen und werden teilweise über feine Wassertröpfchen (Aerosole) übertragen.
Ein weitverbreiteter Fehler bei der Bewertung von Wasserschäden ist die Annahme: „Wenn die Keime tot sind, ist das Problem gelöst.“ Dies ist falsch.
Die drei verschiedenen Wirkmechanismen für eine Infektion:
– Die Mikroorganismen müssen eindringen, wachsen und Gewebe beschädigen.
Für eine allergische Reaktion:
– Die Allergenstruktur – nicht die Lebensfähigkeit – löst die Reaktion aus.
Für eine toxische Reaktion durch Mykotoxine oder Endotoxine:
Diese Stoffe bleiben auch nach dem Tod der Organismen aktiv.
Nicht die Lebensfähigkeit entscheidet über das gesundheitliche Risiko, sondern die vorhandene Biomasse, also die Gesamtmenge der mikrobiellen Bestandteile, ob lebendig oder tot.
Die Bewertung von Gesundheitssymptomen nach einem Wasserschaden sollte stets im Zusammenhang mit dem mikrobiologischen Befund erfolgen. Denn ein Raum kann optisch trocken und sauber wirken, aber durch verbliebene Sporen und Zellfragmente weiterhin allergen sein.
Für die Praxis:
Die Interpretation von Laborergebnissen erfordert Fachkompetenz!
Im nächsten Teil der Serie
In dem folgenden dritten Teil geht es um die langfristige Gefahr durch Mykotoxine und Endotoxine, die auch nach Wasserschäden noch lange wirksam bleiben, sowie ihre Rolle bei chronischen Entzündungsprozessen.
Wenn Wasser in ein Gebäude eindringt, sei es durch Rohrlecks, Überschwemmungen oder anhaltende Feuchtigkeit, dann passiert zunächst das Offensichtliche: Wände werden nass, Farbe beginnt abzublättern und es erscheinen erste Verfärbungen.
Doch das eigentliche Problem entsteht im Verborgenen.
Parallel zu den sichtbaren Schäden beginnt ein komplexer biologischer Prozess, der sich über Wochen und Monate hinzieht. Dieser Prozess ist für das bloße Auge unsichtbar, hat aber erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner und die strukturelle Integrität des Gebäudes.
Viele Menschen verstehen nicht, warum sie noch Monate nach einem scheinbar behobenen Wasserschaden unter Atemwegsproblemen, Kopfschmerzen oder unerklärter Müdigkeit leiden. Die Antwort liegt in diesen biologischen Vorgängen.
In diesem ersten Teil wird erklärt, was biologisch nach einem Wasserschaden passiert und warum frühes Handeln so entscheidend ist.
In jedem Baustoff, sei es Gipskarton, Holz, Putz oder Tapete, befinden sich organische Rückstände in Ruhe. Diese enthalten:
Solange diese Stoffe trocken bleiben, bleibt alles stabil. Doch sobald Feuchtigkeit eindringt, entsteht eine Kettenreaktion:
Stufe 1: Nährstoffe werden verfügbar, da das Wasser die organischen Materialien rehydratisiert und sie somit biologisch verwertbar macht. Praktisch wird aus dem bisher inerten Material Futter.
Stufe 2: Der Lebensraum entsteht. Feuchtigkeit schafft das essenzielle Medium für mikrobielles Wachstum. Bakterien und Pilzsporen, die überall in der Umwelt vorhanden sind, erhalten optimale Bedingungen.
Stufe 3: Die biologische Besiedlung startet. Mikroorganismen aus der Luft und dem Staub beginnen zu wachsen und sich zu vermehren. Ein komplexes Ökosystem entwickelt sich – schneller, als man erwartet.
Feuchtigkeit bedeutet nicht automatisch Schimmel, aber immer biologische Aktivität.
Selbst eine kurzzeitige Durchfeuchtung – etwa durch Kondenswasser an einem einzelnen Wintertag – kann ausreichen, um diese mikrobielle Dynamik in Gang zu setzen. Die kritische Variable ist dabei nicht primär die Feuchtemenge, sondern vor allem die Dauer der Feuchte.
Je länger Feuchtigkeit bestehen bleibt, desto komplexer, vielfältiger und problematischer wird die mikrobielle Besiedlung.
Häufige Feuchtequellen:
– Kondenswasser: Das häufigste Problem entsteht an Oberflächen mit schlechter Dämmung oder bei unzureichender Belüftung. Besonders in Badezimmern und Schlafzimmern kann es zu einem andauernden Problem werden. Die Raumluft kann die Feuchtigkeit nicht aufnehmen und sie setzt sich an kalten Flächen ab, was ideale Bedingungen für Pilzwachstum schafft.
– Akute Wasserschäden: Rohrbrüche, undichte Wasserrohre, Rückstauleitungen oder Überschwemmungen setzen große Mengen Wasser frei. Die biologische Besiedlung verläuft hier in Hochgeschwindigkeit, da die Feuchtigkeit massiv und plötzlich vorhanden ist.
– Ständig erhöhte Luftfeuchtigkeit: Wenn die relative Luftfeuchte dauerhaft über 65 Prozent liegt – etwa durch mangelnde Belüftung, zu viele Pflanzen oder Wäschetrocknung im Raum –, entsteht ein permanenter biologischer Nährboden.
Abwasserbelastung: Nach Rohrbeschädigungen im Abwasserbereich oder bei Überschwemmungen kann fäkalienhaltiges Wasser eindringen. Dies ist nicht nur ein biologisches, sondern auch ein hygienisches Risiko.
Kapillaraufstieg: Weniger offensichtlich, aber langfristig problematisch ist Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich durch die Wände (in der Regel den Putz) aufsteigt. Dies verläuft oft unbemerkt und führt zu versteckten Besiedlungen innerhalb von Wandkonstruktionen.
Nach einem Wasserschaden verläuft die mikrobielle Besiedlung in folgenden 3 Phasen:
Phase 1: Schnelle Bakterienbesiedelung (Stunden bis wenige Tage)
Sobald Feuchtigkeit und Nährstoffe vorhanden sind, vermehren sich Bakterien explosionsartig. Sie reagieren schneller als Pilze und bilden erste Biofilme, die ihnen Halt geben und Nährstoffe konzentrieren.
Phase 2: Pilzkolonisierung (Tage bis zwei Wochen)
Schimmelpilze folgen der bakteriellen Besiedlung. Sie wachsen in der feuchten Umgebung und beginnen, ihre Sporen in die Raumluft abzugeben. Dies ist oft der Zeitpunkt, an dem die ersten sichtbaren Verfärbungen entstehen.
Phase 3: Komplexe mikrobielle Gemeinschaft (Wochen bis Monate)
Es entwickelt sich eine diverse Mikroflora: Verschiedene Pilzarten konkurrieren und koexistieren miteinander, während spezialisierte Bakterien spezifische Nischen besiedeln. Diese Gemeinschaft beginnt, Stoffe freizusetzen, die das Immunsystem reizen oder beeinflussen können.
Die Dauer dieser Phasen hängt von Temperatur, Feuchte und verfügbaren Nährstoffen ab.
Schimmelpilze bestehen aus Millionen winziger Zellen, die sich zu fadenförmigen Strukturen, den sogenannten Hyphen, verbinden. Diese Hyphen durchdringen Materialien tiefergehend, als man sieht. Was auf der Oberfläche sichtbar ist, setzt sich oft Millimeter ins Material fort.
Hier liegt eine kritische Erkenntnis, die oft übersehen wird: Die Gefahr endet nicht mit dem Schimmel.
Selbst wenn Schimmel erfolgreich abgetötet oder entfernt wird, bleiben abgestorbene Pilzreste, Zellwandfragmente und alte Sporen in der Luft und im Staub zurück. Diese nicht lebenden Bestandteile sind biologisch nicht aktiv, aber immunologisch hoch relevant.
Das Immunsystem erkennt diese Strukturen nämlich als fremd und bedrohlich an – ähnlich wie echte Krankheitserreger. Komponenten wie Chitin und β-Glucane aktivieren Immunreaktionen, auch wenn der Pilz längst tot ist. Daher können selbst nach einer erfolgreichen Desinfektion Reizungen und Beschwerden andauern.
Visuell erkennbare Zeichen für Schimmelpilzbildung:
Geruchliche Hinweise
Der muffig-erdige Geruch ist oft das erste Zeichen mikrobiellen Wachstums und manchmal früher wahrnehmbar als die visuellen Zeichen. Dieser Geruch sollte ernst genommen werden.
Verwenden Sie ein einfaches Hygrometer zur Raumluftüberwachung. Die Raumluftfeuchte sollte in einem Bereich zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Dauerhafte Werte über 60 Prozent können au ein Risiko hindeuten.
Je früher ein Feuchtigkeitsproblem erkannt und behoben wird, desto weniger Zeit hat die mikrobielle Besiedlung, sich komplex zu entwickeln. Eine schnelle Reaktion kann langfristige Probleme verhindern.
Im nächsten Teil der Serie: Der zweite Teil dieser Reihe beschäftigt sich mit der Reaktion des menschlichen Körpers auf mikrobielle Belastungen – einschließlich Allergien, Infektionen und der Frage, warum selbst tote Mikroorganismen noch Symptome verursachen können.
Die Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude stellt besondere Anforderungen an Materialien und Handwerk. Gerade beim Umgang mit denkmalgeschützten…
Die Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude stellt besondere Anforderungen an Materialien und Handwerk. Gerade beim Umgang mit denkmalgeschützten Bauwerken wie Klöstern, Kirchen oder Altbauten ist die Wahl des richtigen Baustoffs entscheidend für den langfristigen Erhalt der wertvollen Substanz. Ein Material, das sich dabei bewährt hat, ist Trasszement. Doch was genau macht Trasszement so besonders und warum ist er im Denkmalschutz oft die erste Wahl?Was ist Trasszement?
Trasszement ist ein spezieller Kompositzement, der aus klassischem Portlandzement und dem vulkanischen Gestein Trass besteht. Durch diese Kombination erhält der Zement besondere bauphysikalische Eigenschaften, die ihn von herkömmlichen Zementen unterscheiden.
Eigenschaften von Trasszement
– Lange Verarbeitungszeit: Der Zusatz von Trass sorgt für ein verzögertes Abbinden. Das bedeutet, dass der Mörtel länger verarbeitbar bleibt. Dies ist besonders bei aufwändigen Restaurierungsarbeiten von Vorteil.
Vorteile beim Einsatz im Denkmalschutz
Gerade im Denkmalschutz ist die Verträglichkeit mit der historischen Substanz von entscheidender Bedeutung. Trasszement bietet hier mehrere Vorteile:
– Schonender Umgang mit alter Bausubstanz: Durch das spannungsarme Erhärten werden Schäden an empfindlichen Materialien vermieden.
– Reduzierte Ausblühungen: Gerade bei Natursteinfassaden oder Sichtmauerwerk bleibt das Erscheinungsbild dauerhaft ansprechend.
Worauf muss geachtet werden?
Trotz seiner Vorteile ist der Einsatz von Trasszement bei denkmalgeschützten Gebäuden genehmigungspflichtig. Die Denkmalschutzbehörde muss jeder Materialänderung zustimmen, um die Authentizität und den Erhalt der historischen Substanz zu gewährleisten. In manchen Fällen können auch Alternativen wie Kalk- oder Trasskalkmörtel die bessere Wahl sein, insbesondere bei sehr empfindlichen Natursteinen.
Zusammenfassung
Trasszement ist ein moderner Baustoff mit traditionellen Wurzeln, der im Denkmalschutz zahlreiche Vorteile bietet. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist er der ideale Partner für die fachgerechte Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude. Wer auf Trasszement setzt, investiert in den dauerhaften Erhalt wertvoller Bausubstanz – vorausgesetzt, die Maßnahme wird mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und fachgerecht ausgeführt.
Sachverständige können Vorschüsse verlangen, da die Erstellung eines Gutachtens mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Dieser…
Sachverständige können Vorschüsse verlangen, da die Erstellung eines Gutachtens mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Dieser Vorschuss deckt z.B. Reisekosten, Materialkosten oder Zeitaufwand ab, bevor das Gutachten vollständig erstellt ist. Dies schützt den Sachverständigen vor finanziellen Risiken, insbesondere bei umfangreichen oder langwierigen Projekten.
Die strikte Trennung der Vergütung vom Ergebnis des Gutachtens ist für die Unabhängigkeit und Objektivität des Sachverständigen unerlässlich. Die Vergütung darf niemals an ein bestimmtes Ergebnis geknüpft sein, da dies die Neutralität des Sachverständigen gefährden würde. Diese Regelung stärkt das Vertrauen in die objektive und unparteiische Arbeit des Sachverständigen.
Unabhängigkeit und Objektivität sind zentrale Prinzipien des Sachverständigenwesens. Nur durch eine neutrale Haltung kann der Sachverständige glaubwürdige und belastbare Ergebnisse liefern, die als Grundlage für wirtschaftliche oder rechtliche Entscheidungen dienen.
Der ATP-Test ist eine spezielle Methode zur Messung spezifischer Informationen über die mikrobiologische Aktivität im Rahmen der Bewertung…
Der ATP-Test ist eine spezielle Methode zur Messung spezifischer Informationen über die mikrobiologische Aktivität im Rahmen der Bewertung von Schimmelpilzschäden. Der ATP-Test dient als ergänzendes Werkzeug, um schnelle und vorläufige Ergebnisse zu erhalten.
Die ATP-Methode liefert schnelle Ergebnisse, um präzise biologische Kontaminationen zu quantifizieren, und ermöglicht dadurch schnelle Entscheidungen im Vergleich zu traditionellen Methoden. Mittlerweile in der dritten Generation liefert der ATP-Test bei sachgemäßer Anwendung spezifische und zuverlässige Ergebnisse mit hoher Empfindlichkeit. Die ATP-Methode ist eine wichtige Ergänzung zu Feuchtemessungen, Thermografie und ggf. nachfolgenden Laboranalysen.
Der von mir verwendete Lumitester Smart nutzt ein Biolumineszenzverfahren, das auf dem Leuchtstoff Luciferin basiert. Die Menge an ATP, ADP und AMP in der Probe wird über die Intensität des erzeugten Lichts gemessen, was Rückschlüsse auf die mikrobielle Belastung oder organische Verunreinigungen zulässt.
Schimmelpilzbefall in Wohnräumen tritt häufig auf. Ursachen sind meist bauliche Mängel, Wasserschäden oder Nutzerverhalten. Bei den Bewohnern können…
Schimmelpilzbefall in Wohnräumen tritt häufig auf. Ursachen sind meist bauliche Mängel, Wasserschäden oder Nutzerverhalten. Bei den Bewohnern können die über die Raumluft aufgenommenen Schimmelpilzsporen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Je früher Schimmelpilzwachstum erkannt wird, desto geringer ist in der Regel der wirtschaftliche Schaden.
In folgenden Fällen sollten Sie sich an mich wenden:
Mit moderner Messtechnik und Laboranalysen kann ich das Ausmaß der Schimmelpilzbelastung ermitteln und Sie bei der Sanierung kompetent unterstützen.
Folgende Untersuchungs- und Nachweisverfahren sind möglich:
Auf Wunsch dokumentiere ich die Untersuchungsergebnisse in einem übersichtlichen Bericht oder Gutachten und schlagen Maßnahmen für eine fachgerechte Sanierung (Sanierungskonzept) vor.
DOYMA, Hersteller von Abdichtungs- und Brandschutzsystemen, bietet ein Wärmepumpeneinführungssystem für oberirdisch verlegte Anschlussleitungen in verschiedenen Ausführungen an. Das…
DOYMA, Hersteller von Abdichtungs- und Brandschutzsystemen, bietet ein Wärmepumpeneinführungssystem für oberirdisch verlegte Anschlussleitungen in verschiedenen Ausführungen an. Das System DOYMAfix® ist sowohl im Neubau als auch im Bestand für alle gängigen Wandaufbauten einsetzbar.
Technische Daten laut Hersteller:
– Luftdichtheit nach DIN EN 13829
– Spritzwasserdicht, IP44 nach DIN EN 60529
– Schallschutz nach DIN 4109-2
– Korrosionsfreies Bauteil
– je nach Ausführung auch mit integrierter Wärmedämmung
Meines Wissens ist dies derzeit das einzige auf dem Markt erhältliche Komplettsystem.
Abbildung: Copyright DOYMA GMBH & Co
Für den Anschluss des Außengerätes einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ist bei Wohngebäuden mit HAR im Erdgeschoss eine Wanddurchführung zur Einführung…
Für den Anschluss des Außengerätes einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ist bei Wohngebäuden mit HAR im Erdgeschoss eine Wanddurchführung zur Einführung der oberirdisch verlegten Anschlussleitungen erforderlich. Bei der Ausführung ist die Schwingungsentkopplung zu berücksichtigen. Wird diese nicht berücksichtigt, übertragen sich Vibrationen der durchgeführten Leitungen auf die Wände, in denen sich die Schwingungen auf die angrenzenden Bauteile übertragen. Weiterhin bestehen Anforderungen an die Luftdichtheit (innen), die Wärmedämmung und den Spritz- und Schlagregenschutz (außen) der Durchführungen.
Das Foto steht beispielhaft für Dutzende von Einbausituationen, die bei Abnahmen als unzulässig festgestellt wurden.
BAfA-Förderung für Gebäudesanierung Verbraucher können seit dem 19.01.2024 wieder Fördermittel des Bundes für verschiedene Maßnahmen beantragen, zum Beispiel…
BAfA-Förderung für Gebäudesanierung
Verbraucher können seit dem 19.01.2024 wieder Fördermittel des Bundes für verschiedene Maßnahmen beantragen, zum Beispiel für Energieberatungen. Im Dezember 2023 hatte die Bundesregierung zahlreiche Förderprogramme zur Steigerung der Energieeffizienz von Immobilien eingestellt. Die Förderung läuft vorerst im bisherigen Umfang (wie 2023) weiter. Für Verbraucher besonders relevant ist die Wiederaufnahme der Förderung von Energieberatungen. Bei Wohngebäuden erstattet der Staat bis zu 80 Prozent der Kosten für die Energieberatung. Gefördert wird zum Beispiel die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist die Förderung auf 1.300 Euro begrenzt, bei Gebäuden ab drei Wohneinheiten gibt es bis zu 1.700 Euro.
Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie Unterstützung bei der Sanierung von Gebäuden, die dauerhaft Energiekosten einsparen.
Im Rahmen der Antragstellung für die BEG ist es für bestimmte Maßnahmen erforderlich, einen Energieeffizienz-Experten (EEE) hinzuzuziehen. Dies gilt für
– Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
– Anlagentechnik (ausgenommen Heizung)
– Errichtung, Umbau und Erweiterung eines Gebäudenetzes
– Anträge mit iSFP-Bonus
– Fachplanung und Baubegleitung
KfW-Neubauförderung *startet im Februar*
Wer neu bauen will, muss sich noch gedulden: Das KfW-Förderprogramm für klimafreundliche Neubauten soll erst im Februar wieder starten.
Die Bestimmungen des GEG 2024 umfassen 115 Paragraphen. Im Folgenden werden einige Änderungen gegenüber dem Vorgänger in Kurzform…
Die Bestimmungen des GEG 2024 umfassen 115 Paragraphen. Im Folgenden werden einige Änderungen gegenüber dem Vorgänger in Kurzform dargestellt. Konkrete Informationen für geplante Projekte können dem Gesetzestext entnommen werden. Zu beachten ist, dass die Länder noch Durchführungsbestimmungen zum Gesetz erlassen müssen, die in Brandenburg noch nicht einmal für das GEG 2020 vorliegen.
Ein Energieausweis ist ein Dokument, das Informationen über den Energieverbrauch und die Energieeffizienz eines Gebäudes liefert. Er gibt…
Ein Energieausweis ist ein Dokument, das Informationen über den Energieverbrauch und die Energieeffizienz eines Gebäudes liefert. Er gibt Auskunft über den energetischen Zustand einer Immobilie und ermöglicht es potenziellen Käufern oder Mietern, den Energiebedarf und die damit verbundenen Kosten abzuschätzen.
Es gibt zwei Arten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.
– der Bedarfsausweis basiert auf einer umfassenden Analyse des Gebäudes und seiner energetischen Eigenschaften.
– der Verbrauchsausweis hingegen basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der Vergangenheit, die neben der Qualität der thermischen Hülle auch stark vom Nutzerverhalten abhängen und daher für Dritte kaum aussagekräftig sind.
Ein Energiebedarfsausweis bietet mehrere Vorteile:
In Deutschland ist bei Verkauf und Vermietung ein Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben. Dies dient dazu, den Immobilienmarkt transparenter zu gestalten und den Verbrauchern Informationen zur Energieeffizienz zur Verfügung zu stellen.
Durch affine Umskalierung einer Momentaufnahme (unter tatsächlich vorgefundenen Bedingungen aufgenommenes Thermogramm) können für verschiedene Innen- und Außentemperaturen die…
Durch affine Umskalierung einer Momentaufnahme (unter tatsächlich vorgefundenen Bedingungen aufgenommenes Thermogramm) können für verschiedene Innen- und Außentemperaturen die jeweiligen Oberflächentemperaturen auf der Innenseite simuliert und im Hinblick auf die Unterschreitung des Taupunktes ausgewertet werden. Zum Zeitpunkt des Ortstermins müssen ausreichend stationäre Bedingungen herrschen. Bei konstanter Innentemperatur sollte die Außentemperatur über mehrere Tage mindestens 10°K unter der Innentemperatur liegen. Im Beispiel oben wurde das Thermogramm bei 21°C innen und 1°C außen (24h-Mittelwert) aufgenommen und eine Simulationsreihe erstellt. Das abgebildete Beispiel zeigt eine Feuchteserie bei konstanter simulierter Temperatur.
Das Verfahren kann Hinweise liefern, ob fehlerhaftes Nutzerverhalten oder bauliche Gründe für eine vorgefundene Schimmelpilzbildung verantwortlich sind.
Die größte Bedeutung für die Trinkwasserhygiene in Gebäuden haben Legionellen. Legionellen vermehren sich in Trinkwasserinstallationen insbesondere in einem…
Die größte Bedeutung für die Trinkwasserhygiene in Gebäuden haben Legionellen. Legionellen vermehren sich in Trinkwasserinstallationen insbesondere in einem Temperaturbereich von 25° – 55° C (starkes Wachstum zwischen 30°C und 45°C).
Unzulässige Aufwärmungen des Trinkwassers kalt (PWC) von mehr als 25°C (empfohlen ≤ 20° C) können zu hohen Kontaminationen mit Legionellen und damit zu einer Gesundheitsgefährdung durch den Nutzer führen. Warmes Trinkwasser (PWH) darf nach vollständigem öffnen einer Entnahmestelle nach 3 Litern nicht kälter als 55°C sein. Ziel bei der Errichtung der Trinkwasserinstallation muss sein, dass sich die Trinkwasserqualität auf seinem Weg vom Wasserzähler zu den Zapfstellen nicht verschlechtert.
Die Temperaturmessung durch den Sachverständigen erfolgt über einen modernen Durchfluss-Datenlogger der gleichzeitig Volumenströme und Temperaturverläufe an den möglichst am weitesten entfernten, endständigen Entnahmestellen aufzeichnet. Hierbei sollen Temperaturen im Trinkwasser (PWC/PWH) in den drei Abschnitten
gemessen werden. Nach der Durchführung und Auswertung der Messung kann der Sachverständige eine hygienisch-technische Einschätzung der Installation vornehmen.
Wandbekleidungen und Vorsatzschalen, nichttragende, innere Trennwände sowie Deckenbekleidungen und Unterdecken werden regelmäßig im Trockenbau ausgeführt. Oftmals sind den…
Wandbekleidungen und Vorsatzschalen, nichttragende, innere Trennwände sowie Deckenbekleidungen und Unterdecken werden regelmäßig im Trockenbau ausgeführt. Oftmals sind den häufig fachfremden „Trockenbaumonteuren“ Standardkonstruktionen, Arbeitsabläufe und Verarbeitungsregeln nicht bekannt oder werden nicht eingehalten. Auf Grund von fehlenden Grundkenntnissen der Baustofftechnologie und der Bauphysik (z. B. Mörteltechnologie, Bindemittel, Holz, Holzwerkstoffe, Wärme-, Schall- und Brandschutz) kommt es zu Baufehlern aus denen Mängel oder Bauschäden resultieren können.
Bild: Bei der Beplankung dürfen keine Plattenstöße in der Verlängerung der Türzarge liegen (Versatz ≥ 15 cm). Man hätte senkrecht über dem Sturz ein zusätzliches CW-Profil einstellen oder die Platte über den Sturz bis zum nächsten Ständer ziehen müssen. Der Baufehler wurde im Rahmen einer baubegleitenden Qualitätsprüfung erkannt und konnte so vor der Bauendabnahme beseitigt werden.
Die Betondeckung ist der minimale Abstand zwischen einer Bewehrungsoberfläche und der Betonoberfläche. Die Betondeckung soll den Verbund zwischen…
Die Betondeckung ist der minimale Abstand zwischen einer Bewehrungsoberfläche und der Betonoberfläche. Die Betondeckung soll den Verbund zwischen Betonstahl und Beton, den Brandschutz und den Schutz der Bewehrung vor Korrosion sicherstellen.
Während der Ausführung müssen auf der Baustelle Bewehrungspläne vorliegen, aus denen die einzuhaltende Betondeckung hervorgeht.
Eine zu geringe Betondeckung führt zu Schäden an Stahlbetonbauteilen. Zum Beispiel kann die Abdichtung im Bereich der Bodenplatte in Folge der Korrosion des Betonstahls geschädigt werden und damit ihre schützende Funktion verlieren. Daraus können dann Feuchteschäden im Sockelbereich bis hin zu Schäden im Innenbereich entstehen.
Der richtige Zeitpunkt zum kontrollieren der Bewehrung durch die Objektüberwachung ist vor dem Betonieren der Bodenplatte. Im Rahmen der Baubegleitenden Qualitätsüberwachung kann die Betondeckung auch nach der Herstellung der Bodenplatte stichprobenartig gemessen werden.
Sämtliche Anschlüsse eines WDV-Systems müssen schlagregendicht ausgeführt werden. Häufig sind Ausführungsfehler im Bereich von durchdringenden Kabeln und Leitungen,…
Sämtliche Anschlüsse eines WDV-Systems müssen schlagregendicht ausgeführt werden. Häufig sind Ausführungsfehler im Bereich von durchdringenden Kabeln und Leitungen, Außensteckdosen, Befestigungen von Regenfallrohren und Fensterbänken zu bemängeln. So kann Wasser in die Baukonstruktion eindringen und diese schädigen. Im Folgenden kann es zu Feuchte- und Schimmelpilzschäden im Innenraum kommen.
Bei der stichprobenartigen Qualitätskontrolle sollte eine Inaugenscheinnahme der Fassadenarbeiten und Wärmedämmung zum Beginn der Klinker- oder Verputzarbeiten erfolgen.
Die DIN 18015-1:2020-5 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Teil 1: Planungsgrundlagen ersetzt die DIN 18015-1:2013-9.
Nach der im Mai…
Die DIN 18015-1:2020-5 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Teil 1: Planungsgrundlagen ersetzt die DIN 18015-1:2013-9.
Nach der im Mai 2020 neu erschienenen DIN 18015 Teil 1 ist nach Abschnitt 4.5 die Verlegung von Kabeln und Leitungen auf der Rohdecke, für den Schutz gegen Beschädigung, nur noch in Elektroinstallationsrohren oder in Elektroinstallationskanälen zulässig. Durch diese Schutzmaßnahme soll vor allem die Zerstörung der auf dem Fußboden verlegten Kabel und Leitungen durch andere, am Bau beteiligte Personen verhindert werden.
Neben dem mechanischen Schutz fordert die Norm, im Abschnitt 6.2.1, die Auswechselbarkeit von Kabeln und Leitungen der Telekommunikation bzw. Information und Kommunikation. Die Führung der Kabel und Leitungen in Rohren ist daher durchaus sinnvoll.
Bei der stichprobenartigen Qualitätskontrolle sollte eine Inaugenscheinnahme der Rohinstallation Elektro (Grundinstallation in der Rohbauphase) vor dem Innenputz und vor der Dämmung unter dem Estrich erfolgen.
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Dieser Datenschutzhinweis ist auf dem Stand vom September 2020.
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Mykotoxine sind Sekundärmetaboliten, also Stoffe, die Schimmelpilze während ihres Wachstums produzieren.
Im Gegensatz zu Sporen, die die Vermehrung des Pilzes sichern, sind Mykotoxine chemische Waffen, die der Pilz einsetzt, um seine Nische zu verteidigen und andere Organismen abzuwehren.
Ein kritischer Punkt ist ihre chemische Stabilität. Sie werden während des Pilzwachstums gebildet und bleiben auch nach dem Absterben des Pilzes chemisch aktiv und wirksam.
Sie können sich im Hausstaub anreichern, in Textilien eindringen und lange Zeit bestehen bleiben – völlig unabhängig davon, ob der Pilz noch lebt.
Gelangen Mykotoxine in die Atemwege, wirken sie:
Mykotoxine greifen auf mehreren biologischen Ebenen an.
Mechanismus 1: Hemmung der Proteinsynthese
– Mykotoxine stören die Fähigkeit von Zellen, Proteine herzustellen, direkt. Dies führt zu:
– Schwächung der Zellbarrieren und Abwehrmechanismen
Mechanismus 2: DNA-Schäden (Mutagenität)
Einige Mykotoxine können das Erbgut beschädigen und Mutationen verursachen. Dies ist:
– ein Langzeitrisiko für Zellveränderungen.
Es besteht daher Grund zu extremer Vorsicht bei Langzeitexposition.
Mechanismus 3: Immunsuppression
Durch die Unterdrückung von Immunfunktionen:
– sinkt die Fähigkeit, andere Infektionen abzuwehren.
– Die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt.
– Der Körper kann sich selbst weniger gut schützen.
Das Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS) – auch als „Körnerfieber“ bekannt (Typ-III-Überempfindlichkeitsreaktion) ist eine klassische Reaktion auf Mykotoxin und Endotoxin-Exposition.
Es tritt auf, nachdem eine Person hohe Konzentrationen an Staub mit Mykotoxinen und Endotoxinen eingeatmet hat.
Typische Symptome
Die Symptome ähneln einer Grippe und treten 4–8 Stunden nach der Exposition auf:
ODTS ist nicht ansteckend, sieht aber aus wie Grippe. Dies führt zu:
Vorkommen und Risiko
ODTS tritt klassisch in landwirtschaftlichen Umgebungen auf (daher der Name „Farmerlunge“ für die chronische Form). Es kann aber auch in Wohnräumen nach Wasserschäden auftreten, wenn:
In normalen Wohnräumen sind die Konzentrationen meist geringer als auf Bauernhöfen, aber immer noch gesundheitsrelevant für empfindliche Personen.
In der Praxis werden oft Biozide eingesetzt, um Bakterien und Pilze „abzutöten” und das Problem somit zu lösen.
Wenn Bakterien durch Biozide oder andere Mittel absterben, werden ihre Endotoxine massiv freigesetzt, oft in höheren Konzentrationen als während eines natürlichen Absterbeprozesses.
Das Ergebnis: Die Raumluft ist nach dem Einsatz von Bioziden oft stärker belastet als zuvor.
Menschen berichten häufig von verschlimmerten Symptomen direkt nach einer „Desinfektion“:
Endotoxine sind Bestandteile der äußeren Zellwand gramnegativer Bakterien. Sie bestehen hauptsächlich aus Lipopolysacchariden (LPS), das sind komplexe Moleküle, die Teil der Bakterienzellstruktur sind.
Endotoxine werden nicht während des Lebens des Bakteriums freigesetzt, sondern nur beim Zelltod.
Dieser Zelltod kann durch folgende Faktoren ausgelöst werden:
Ein lebender Biofilm mit Millionen von Bakterien ist oft weniger problematisch als eine trockene Umgebung, in der diese Bakterien gerade abgestorben sind und ihre Endotoxine freisetzen.
Dies erklärt ein paradoxes Phänomen: Manchmal geht es Menschen besser, wenn feuchte Bedingungen bestehen, als wenn das Material austrocknet, weil in der feuchten Phase die Bakterien noch leben und ihre Endotoxine nicht freisetzen.
Endotoxine binden an spezifische Rezeptoren auf Immunzellen, insbesondere an den Toll-like-Rezeptor 4 (TLR-4). Diese Bindung löst Signalkaskaden aus, die zur Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen führen.
Diese Zytokine sind die Alarmsirenen des Immunsystems und Signalisieren dem Körper ein Problem.
Die Folge dieser Zytokinfreisetzung ist eine systemische Entzündungsreaktion.
Bei
– geringen Konzentrationen:
– Bei mittlerer Konzentration:
– Bei hohen Konzentrationen (medizinischer Notfall):
Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass eine chronische Endotoxin-Exposition auch mit Arthritis und anderen chronischen Entzündungserkrankungen assoziiert ist.
Das Immunsystem erkennt Mikroorganismen nicht primär daran, ob sie leben oder nicht, sondern anhand spezifischer Strukturen, die Gefahr signalisieren. Diese Strukturen werden als PAMPs (Pathogen-Associated Molecular Patterns) bezeichnet.
Dazu gehören:
– β-Glucane aus Pilzzellwänden
– Lipopolysaccharide (LPS) aus Bakterienzellwänden,
– Chitin und andere Pilzbestandteile.
Der Prozess der chronischen Aktivierung: Diese PAMPs binden an Toll-like-Rezeptoren (TLRs) auf Immunzellen und lösen Signalkaskaden aus. Normalerweise ist dies ein kurzer, fokussierter Prozess. Der Körper reagiert, beseitigt die Bedrohung und die Entzündung ebbt ab.
Bei wiederholter oder chronischer Exposition entsteht jedoch etwas anderes: Der Körper bleibt in einem Zustand latenter, persistierender Entzündung.
Dieser Zustand permanenter, niedriger Entzündung führt zu:
Langzeitfolgen
Eine chronische Entzündung wirkt sich langfristig auf verschiedene Systeme aus und erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen.
Eine wichtige Erkenntnis aus neueren Forschungen ist, dass die Kombination verschiedener mikrobieller Komponenten die Entzündungsreaktionen, über die Summe ihrer Einzeleffekte hinaus, erheblich verstärkt.
Dies geschieht beispielsweise, wenn in einer feuchten Umgebung folgende Substanzen gleichzeitig vorhanden sind:
Chitin aus Pilzstrukturen, dann ist die Gesamtwirkung stärker als die Summe der Einzeleffekte. Das Immunsystem wird nicht einfach additiv stärker aktiviert, sondern die verschiedenen Signale verstärken sich gegenseitig und führen zu einer verstärkten Entzündungsreaktion.
Praktische Folgerung für die Bewertung: Es reicht oft nicht, nur eine einzelne Substanz zu messen. Entscheidend sind die Mischung und das Zusammenspiel.
So kann ein Raum ein niedriges Schimmelpilzwachstum aufweisen, aber dennoch eine hohe Konzentration an Mykotoxinen, Endotoxinen und Zellbestandteilen enthalten. In diesem Fall bleibt die Umgebung gesundheitsrelevant, auch wenn die klassischen Laborwerte niedrig sind.
Die Bestandteile Mykotoxine, Endotoxine und Zellwandbestandteile von toten Schimmelpilzen und Bakterien bleiben aktiv und können auch nach dem Absterben der Schimmelpilze und Bakterien weiterhin Entzündungen, Allergien und Symptome auslösen.
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Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung, Ortsbegehung oder medizinische Bewertung. Bei konkreten Schäden oder Gesundheitsbeschwerden wenden Sie sich bitte an qualifizierte Ärzte oder Umweltmediziner.
Eine Allergie ist keine Schwäche oder Überempfindlichkeit, sondern eine Fehlinterpretation des Immunsystems.
Normalerweise ist das Immunsystem dafür zuständig, den Körper vor echten Bedrohungen zu schützen. Bei einer Allergie hält das Immunsystem harmlose oder wenig schädliche Substanzen, sogenannte Allergene, für gefährlich und reagiert mit einer Überreaktion.
Im Kontext von Wasserschäden und Schimmelbefall können sowohl lebende als auch abgestorbene Zellbestandteile von Pilzen und Bakterien als Allergene fungieren.
Die zwei Phasen einer allergischen Reaktion
Phase 1: Sensibilisierung (oft ohne Symptome)
Das Immunsystem begegnet einem Allergen zum ersten Mal. Es erkennt es als fremd und speichert diese Information ab. Der Körper produziert spezifische Antikörper gegen dieses Allergen, die wie eine Art Erinnerung für zukünftige Begegnungen wirken.
Diese Phase kann symptomfrei ablaufen. Die Person bemerkt oft nichts, aber das Immunsystem wurde „aktiviert” und ist jetzt sensibilisiert.
Phase 2: Die Reaktion (plötzlich und teilweise heftig)
Beim erneuten Kontakt mit demselben Allergen erfolgt eine sofortige Immunantwort. Mastzellen werden aktiviert und setzen Histamin und andere Botenstoffe frei.
Dies führt zu den klassischen Symptomen: Niesreiz, Schleimhautschwellung, Juckreiz und in schweren Fällen Atemnot.
Kritisch wird es, wenn eine Person, die vorher jahrelang problemlos in einem Gebäude gelebt hat, nach einem Wasserschaden plötzlich überempfindlich wird. Das Immunsystem wurde „aktiviert“ und reagiert nun anders auf die mikrobiellen Bestandteile (u. U. auch auf solche, die bereits zuvor vorhanden waren). Dies erklärt, warum Bewohner nach einem Wasserschaden plötzlich Symptome entwickeln, die zuvor nicht auftraten.
Nicht alle allergischen Reaktionen sind gleich. Das Immunsystem verfügt über verschiedene Mechanismen, um auf Allergene zu reagieren. Hier sind die drei hauptsächlichen Typen:
Typ I (Soforttyp):
– Zeitverlauf: Sekunden bis Minuten nach Kontakt
– Mechanismus: IgE-Antikörper vermittelt
– Typische Symptome:
– In schweren Fällen anaphylaktische Reaktionen
Diese Typ-I-Reaktion ist das, was die meisten Menschen als „klassische Allergie” kennen. Sie tritt schnell auf, ist oft sehr unangenehm, aber normalerweise begrenzt.
(Typ II –. Zytotoxisch, nicht hauptsächlich)
Typ III – Immunkomplextyp:
– Zeitverlauf: mehrere Stunden bis zu 48 Stunden nach Kontakt
– Mechanismus: Bildung von Antigen-Antikörper-Komplexen
– Typische Symptome:
Diese Reaktion wird oft übersehen, da die Symptome verzögert auftreten und nicht sofort mit dem Allergen in Verbindung gebracht werden. Sie ist als „Farmerlunge” (exogen-allergische Alveolitis) bekannt, kann aber auch nach der Exposition gegenüber Schimmelpilzsporen und Bakterien in feuchten Gebäuden auftreten.
Typ IV – Spättyp:
– Zeitverlauf: 24 bis 72 Stunden nach Kontakt
– Mechanismus: T-Lymphozyten
– Typische Symptome:
Diese Reaktion verläuft langsamer als die anderen Typen und wird oft übersehen, da die Symptome nicht unmittelbar auftreten.
Ein oft übersehener Aspekt sind die sogenannten Endotoxine, die Bestandteile der Zellwände gramnegativer Bakterien sind. Gramnegative Bakterien bilden eine große Gruppe von Bakterien, die sich durch ihre charakteristische doppelte Zellwand auszeichnen. Diese macht sie mikroskopisch nicht nur farblich unterscheidbar, sondern auch medizinisch oft problematisch. Sie sind insbesondere in der Infektiologie und der Antibiotika-Forschung von Bedeutung.
Diese Substanzen wirken nicht direkt als Allergene, sondern als Adjuvanzien, also als Verstärker. Sie senken die Reizschwelle des Immunsystems erheblich.
Das Ergebnis: Eine Person, die vorher auf eine bestimmte Exposition nicht reagiert hätte, reagiert jetzt heftig.
Dies erklärt, warum manche Menschen nach einem Wasserschaden massiv überempfindlich werden. Die Endotoxine der Bakterien haben das Immunsystem „scharf gemacht”, sodass es danach empfindlicher auf vieles reagiert.
Symptomklassifikation: Welche Zeichen deuten auf eine mikrobielle Belastung hin?
Auge und Nase:
Lunge und Atemwege:
Haut:
Ekzeme oder Hautausschläge, die nicht auf eine Behandlung ansprechen
Allgemeines Befinden:
Infektionen unterscheiden sich grundlegend von allergischen oder toxischen Reaktionen.
Bei einer Infektion müssen die Mikroorganismen vital und vermehrungsfähig sein. Der Körper wird nicht nur durch die Anwesenheit der Erreger gefährdet, sondern auch durch ihre Fähigkeit, sich auszubreiten, Gewebe zu beschädigen oder Toxine zu produzieren.
Eine allergische Reaktion kann dagegen auch durch tote Zellbestandteile ausgelöst werden. Eine Infektion nicht – der Organismus muss leben.
Pilzinfektionen (Mykosen) in Wohnumgebungen
Von den über einer Million bekannten Pilzarten sind nur wenige dazu in der Lage, Menschen zu infizieren. Die gefährlichste Art in Wohnumgebungen ist Aspergillus fumigatus, der invasive Aspergillosen (tiefe Pilzinfektionen) verursachen kann.
Wer ist besonders gefährdet?
Invasive Pilzinfektionen treten fast ausschließlich bei Personen mit einem beeinträchtigten Immunsystem auf:
Es gibt zwei Formen:
Nach Wasserschäden, insbesondere nach einer Kontamination mit Abwasser oder nach Überschwemmungen, finden sich häufig pathogene Bakterien.
Diese können Wund- oder Atemwegsinfektionen verursachen und werden teilweise über feine Wassertröpfchen (Aerosole) übertragen.
Ein weitverbreiteter Fehler bei der Bewertung von Wasserschäden ist die Annahme: „Wenn die Keime tot sind, ist das Problem gelöst.“ Dies ist falsch.
Die drei verschiedenen Wirkmechanismen für eine Infektion:
– Die Mikroorganismen müssen eindringen, wachsen und Gewebe beschädigen.
Für eine allergische Reaktion:
– Die Allergenstruktur – nicht die Lebensfähigkeit – löst die Reaktion aus.
Für eine toxische Reaktion durch Mykotoxine oder Endotoxine:
Diese Stoffe bleiben auch nach dem Tod der Organismen aktiv.
Nicht die Lebensfähigkeit entscheidet über das gesundheitliche Risiko, sondern die vorhandene Biomasse, also die Gesamtmenge der mikrobiellen Bestandteile, ob lebendig oder tot.
Die Bewertung von Gesundheitssymptomen nach einem Wasserschaden sollte stets im Zusammenhang mit dem mikrobiologischen Befund erfolgen. Denn ein Raum kann optisch trocken und sauber wirken, aber durch verbliebene Sporen und Zellfragmente weiterhin allergen sein.
Für die Praxis:
Die Interpretation von Laborergebnissen erfordert Fachkompetenz!
Im nächsten Teil der Serie
In dem folgenden dritten Teil geht es um die langfristige Gefahr durch Mykotoxine und Endotoxine, die auch nach Wasserschäden noch lange wirksam bleiben, sowie ihre Rolle bei chronischen Entzündungsprozessen.
Wenn Wasser in ein Gebäude eindringt, sei es durch Rohrlecks, Überschwemmungen oder anhaltende Feuchtigkeit, dann passiert zunächst das Offensichtliche: Wände werden nass, Farbe beginnt abzublättern und es erscheinen erste Verfärbungen.
Doch das eigentliche Problem entsteht im Verborgenen.
Parallel zu den sichtbaren Schäden beginnt ein komplexer biologischer Prozess, der sich über Wochen und Monate hinzieht. Dieser Prozess ist für das bloße Auge unsichtbar, hat aber erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner und die strukturelle Integrität des Gebäudes.
Viele Menschen verstehen nicht, warum sie noch Monate nach einem scheinbar behobenen Wasserschaden unter Atemwegsproblemen, Kopfschmerzen oder unerklärter Müdigkeit leiden. Die Antwort liegt in diesen biologischen Vorgängen.
In diesem ersten Teil wird erklärt, was biologisch nach einem Wasserschaden passiert und warum frühes Handeln so entscheidend ist.
In jedem Baustoff, sei es Gipskarton, Holz, Putz oder Tapete, befinden sich organische Rückstände in Ruhe. Diese enthalten:
Solange diese Stoffe trocken bleiben, bleibt alles stabil. Doch sobald Feuchtigkeit eindringt, entsteht eine Kettenreaktion:
Stufe 1: Nährstoffe werden verfügbar, da das Wasser die organischen Materialien rehydratisiert und sie somit biologisch verwertbar macht. Praktisch wird aus dem bisher inerten Material Futter.
Stufe 2: Der Lebensraum entsteht. Feuchtigkeit schafft das essenzielle Medium für mikrobielles Wachstum. Bakterien und Pilzsporen, die überall in der Umwelt vorhanden sind, erhalten optimale Bedingungen.
Stufe 3: Die biologische Besiedlung startet. Mikroorganismen aus der Luft und dem Staub beginnen zu wachsen und sich zu vermehren. Ein komplexes Ökosystem entwickelt sich – schneller, als man erwartet.
Feuchtigkeit bedeutet nicht automatisch Schimmel, aber immer biologische Aktivität.
Selbst eine kurzzeitige Durchfeuchtung – etwa durch Kondenswasser an einem einzelnen Wintertag – kann ausreichen, um diese mikrobielle Dynamik in Gang zu setzen. Die kritische Variable ist dabei nicht primär die Feuchtemenge, sondern vor allem die Dauer der Feuchte.
Je länger Feuchtigkeit bestehen bleibt, desto komplexer, vielfältiger und problematischer wird die mikrobielle Besiedlung.
Häufige Feuchtequellen:
– Kondenswasser: Das häufigste Problem entsteht an Oberflächen mit schlechter Dämmung oder bei unzureichender Belüftung. Besonders in Badezimmern und Schlafzimmern kann es zu einem andauernden Problem werden. Die Raumluft kann die Feuchtigkeit nicht aufnehmen und sie setzt sich an kalten Flächen ab, was ideale Bedingungen für Pilzwachstum schafft.
– Akute Wasserschäden: Rohrbrüche, undichte Wasserrohre, Rückstauleitungen oder Überschwemmungen setzen große Mengen Wasser frei. Die biologische Besiedlung verläuft hier in Hochgeschwindigkeit, da die Feuchtigkeit massiv und plötzlich vorhanden ist.
– Ständig erhöhte Luftfeuchtigkeit: Wenn die relative Luftfeuchte dauerhaft über 65 Prozent liegt – etwa durch mangelnde Belüftung, zu viele Pflanzen oder Wäschetrocknung im Raum –, entsteht ein permanenter biologischer Nährboden.
Abwasserbelastung: Nach Rohrbeschädigungen im Abwasserbereich oder bei Überschwemmungen kann fäkalienhaltiges Wasser eindringen. Dies ist nicht nur ein biologisches, sondern auch ein hygienisches Risiko.
Kapillaraufstieg: Weniger offensichtlich, aber langfristig problematisch ist Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich durch die Wände (in der Regel den Putz) aufsteigt. Dies verläuft oft unbemerkt und führt zu versteckten Besiedlungen innerhalb von Wandkonstruktionen.
Nach einem Wasserschaden verläuft die mikrobielle Besiedlung in folgenden 3 Phasen:
Phase 1: Schnelle Bakterienbesiedelung (Stunden bis wenige Tage)
Sobald Feuchtigkeit und Nährstoffe vorhanden sind, vermehren sich Bakterien explosionsartig. Sie reagieren schneller als Pilze und bilden erste Biofilme, die ihnen Halt geben und Nährstoffe konzentrieren.
Phase 2: Pilzkolonisierung (Tage bis zwei Wochen)
Schimmelpilze folgen der bakteriellen Besiedlung. Sie wachsen in der feuchten Umgebung und beginnen, ihre Sporen in die Raumluft abzugeben. Dies ist oft der Zeitpunkt, an dem die ersten sichtbaren Verfärbungen entstehen.
Phase 3: Komplexe mikrobielle Gemeinschaft (Wochen bis Monate)
Es entwickelt sich eine diverse Mikroflora: Verschiedene Pilzarten konkurrieren und koexistieren miteinander, während spezialisierte Bakterien spezifische Nischen besiedeln. Diese Gemeinschaft beginnt, Stoffe freizusetzen, die das Immunsystem reizen oder beeinflussen können.
Die Dauer dieser Phasen hängt von Temperatur, Feuchte und verfügbaren Nährstoffen ab.
Schimmelpilze bestehen aus Millionen winziger Zellen, die sich zu fadenförmigen Strukturen, den sogenannten Hyphen, verbinden. Diese Hyphen durchdringen Materialien tiefergehend, als man sieht. Was auf der Oberfläche sichtbar ist, setzt sich oft Millimeter ins Material fort.
Hier liegt eine kritische Erkenntnis, die oft übersehen wird: Die Gefahr endet nicht mit dem Schimmel.
Selbst wenn Schimmel erfolgreich abgetötet oder entfernt wird, bleiben abgestorbene Pilzreste, Zellwandfragmente und alte Sporen in der Luft und im Staub zurück. Diese nicht lebenden Bestandteile sind biologisch nicht aktiv, aber immunologisch hoch relevant.
Das Immunsystem erkennt diese Strukturen nämlich als fremd und bedrohlich an – ähnlich wie echte Krankheitserreger. Komponenten wie Chitin und β-Glucane aktivieren Immunreaktionen, auch wenn der Pilz längst tot ist. Daher können selbst nach einer erfolgreichen Desinfektion Reizungen und Beschwerden andauern.
Visuell erkennbare Zeichen für Schimmelpilzbildung:
Geruchliche Hinweise
Der muffig-erdige Geruch ist oft das erste Zeichen mikrobiellen Wachstums und manchmal früher wahrnehmbar als die visuellen Zeichen. Dieser Geruch sollte ernst genommen werden.
Verwenden Sie ein einfaches Hygrometer zur Raumluftüberwachung. Die Raumluftfeuchte sollte in einem Bereich zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Dauerhafte Werte über 60 Prozent können au ein Risiko hindeuten.
Je früher ein Feuchtigkeitsproblem erkannt und behoben wird, desto weniger Zeit hat die mikrobielle Besiedlung, sich komplex zu entwickeln. Eine schnelle Reaktion kann langfristige Probleme verhindern.
Im nächsten Teil der Serie: Der zweite Teil dieser Reihe beschäftigt sich mit der Reaktion des menschlichen Körpers auf mikrobielle Belastungen – einschließlich Allergien, Infektionen und der Frage, warum selbst tote Mikroorganismen noch Symptome verursachen können.
Die Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude stellt besondere Anforderungen an Materialien und Handwerk. Gerade beim Umgang mit denkmalgeschützten Bauwerken wie Klöstern, Kirchen oder Altbauten ist die Wahl des richtigen Baustoffs entscheidend für den langfristigen Erhalt der wertvollen Substanz. Ein Material, das sich dabei bewährt hat, ist Trasszement. Doch was genau macht Trasszement so besonders und warum ist er im Denkmalschutz oft die erste Wahl?Was ist Trasszement?
Trasszement ist ein spezieller Kompositzement, der aus klassischem Portlandzement und dem vulkanischen Gestein Trass besteht. Durch diese Kombination erhält der Zement besondere bauphysikalische Eigenschaften, die ihn von herkömmlichen Zementen unterscheiden.
Eigenschaften von Trasszement
– Lange Verarbeitungszeit: Der Zusatz von Trass sorgt für ein verzögertes Abbinden. Das bedeutet, dass der Mörtel länger verarbeitbar bleibt. Dies ist besonders bei aufwändigen Restaurierungsarbeiten von Vorteil.
Vorteile beim Einsatz im Denkmalschutz
Gerade im Denkmalschutz ist die Verträglichkeit mit der historischen Substanz von entscheidender Bedeutung. Trasszement bietet hier mehrere Vorteile:
– Schonender Umgang mit alter Bausubstanz: Durch das spannungsarme Erhärten werden Schäden an empfindlichen Materialien vermieden.
– Reduzierte Ausblühungen: Gerade bei Natursteinfassaden oder Sichtmauerwerk bleibt das Erscheinungsbild dauerhaft ansprechend.
Worauf muss geachtet werden?
Trotz seiner Vorteile ist der Einsatz von Trasszement bei denkmalgeschützten Gebäuden genehmigungspflichtig. Die Denkmalschutzbehörde muss jeder Materialänderung zustimmen, um die Authentizität und den Erhalt der historischen Substanz zu gewährleisten. In manchen Fällen können auch Alternativen wie Kalk- oder Trasskalkmörtel die bessere Wahl sein, insbesondere bei sehr empfindlichen Natursteinen.
Zusammenfassung
Trasszement ist ein moderner Baustoff mit traditionellen Wurzeln, der im Denkmalschutz zahlreiche Vorteile bietet. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist er der ideale Partner für die fachgerechte Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude. Wer auf Trasszement setzt, investiert in den dauerhaften Erhalt wertvoller Bausubstanz – vorausgesetzt, die Maßnahme wird mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und fachgerecht ausgeführt.
Sachverständige können Vorschüsse verlangen, da die Erstellung eines Gutachtens mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Dieser Vorschuss deckt z.B. Reisekosten, Materialkosten oder Zeitaufwand ab, bevor das Gutachten vollständig erstellt ist. Dies schützt den Sachverständigen vor finanziellen Risiken, insbesondere bei umfangreichen oder langwierigen Projekten.
Die strikte Trennung der Vergütung vom Ergebnis des Gutachtens ist für die Unabhängigkeit und Objektivität des Sachverständigen unerlässlich. Die Vergütung darf niemals an ein bestimmtes Ergebnis geknüpft sein, da dies die Neutralität des Sachverständigen gefährden würde. Diese Regelung stärkt das Vertrauen in die objektive und unparteiische Arbeit des Sachverständigen.
Unabhängigkeit und Objektivität sind zentrale Prinzipien des Sachverständigenwesens. Nur durch eine neutrale Haltung kann der Sachverständige glaubwürdige und belastbare Ergebnisse liefern, die als Grundlage für wirtschaftliche oder rechtliche Entscheidungen dienen.
Der ATP-Test ist eine spezielle Methode zur Messung spezifischer Informationen über die mikrobiologische Aktivität im Rahmen der Bewertung von Schimmelpilzschäden. Der ATP-Test dient als ergänzendes Werkzeug, um schnelle und vorläufige Ergebnisse zu erhalten.
Die ATP-Methode liefert schnelle Ergebnisse, um präzise biologische Kontaminationen zu quantifizieren, und ermöglicht dadurch schnelle Entscheidungen im Vergleich zu traditionellen Methoden. Mittlerweile in der dritten Generation liefert der ATP-Test bei sachgemäßer Anwendung spezifische und zuverlässige Ergebnisse mit hoher Empfindlichkeit. Die ATP-Methode ist eine wichtige Ergänzung zu Feuchtemessungen, Thermografie und ggf. nachfolgenden Laboranalysen.
Der von mir verwendete Lumitester Smart nutzt ein Biolumineszenzverfahren, das auf dem Leuchtstoff Luciferin basiert. Die Menge an ATP, ADP und AMP in der Probe wird über die Intensität des erzeugten Lichts gemessen, was Rückschlüsse auf die mikrobielle Belastung oder organische Verunreinigungen zulässt.
Schimmelpilzbefall in Wohnräumen tritt häufig auf. Ursachen sind meist bauliche Mängel, Wasserschäden oder Nutzerverhalten. Bei den Bewohnern können die über die Raumluft aufgenommenen Schimmelpilzsporen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Je früher Schimmelpilzwachstum erkannt wird, desto geringer ist in der Regel der wirtschaftliche Schaden.
In folgenden Fällen sollten Sie sich an mich wenden:
Mit moderner Messtechnik und Laboranalysen kann ich das Ausmaß der Schimmelpilzbelastung ermitteln und Sie bei der Sanierung kompetent unterstützen.
Folgende Untersuchungs- und Nachweisverfahren sind möglich:
Auf Wunsch dokumentiere ich die Untersuchungsergebnisse in einem übersichtlichen Bericht oder Gutachten und schlagen Maßnahmen für eine fachgerechte Sanierung (Sanierungskonzept) vor.
DOYMA, Hersteller von Abdichtungs- und Brandschutzsystemen, bietet ein Wärmepumpeneinführungssystem für oberirdisch verlegte Anschlussleitungen in verschiedenen Ausführungen an. Das System DOYMAfix® ist sowohl im Neubau als auch im Bestand für alle gängigen Wandaufbauten einsetzbar.
Technische Daten laut Hersteller:
– Luftdichtheit nach DIN EN 13829
– Spritzwasserdicht, IP44 nach DIN EN 60529
– Schallschutz nach DIN 4109-2
– Korrosionsfreies Bauteil
– je nach Ausführung auch mit integrierter Wärmedämmung
Meines Wissens ist dies derzeit das einzige auf dem Markt erhältliche Komplettsystem.
Abbildung: Copyright DOYMA GMBH & Co
Für den Anschluss des Außengerätes einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ist bei Wohngebäuden mit HAR im Erdgeschoss eine Wanddurchführung zur Einführung der oberirdisch verlegten Anschlussleitungen erforderlich. Bei der Ausführung ist die Schwingungsentkopplung zu berücksichtigen. Wird diese nicht berücksichtigt, übertragen sich Vibrationen der durchgeführten Leitungen auf die Wände, in denen sich die Schwingungen auf die angrenzenden Bauteile übertragen. Weiterhin bestehen Anforderungen an die Luftdichtheit (innen), die Wärmedämmung und den Spritz- und Schlagregenschutz (außen) der Durchführungen.
Das Foto steht beispielhaft für Dutzende von Einbausituationen, die bei Abnahmen als unzulässig festgestellt wurden.
BAfA-Förderung für Gebäudesanierung
Verbraucher können seit dem 19.01.2024 wieder Fördermittel des Bundes für verschiedene Maßnahmen beantragen, zum Beispiel für Energieberatungen. Im Dezember 2023 hatte die Bundesregierung zahlreiche Förderprogramme zur Steigerung der Energieeffizienz von Immobilien eingestellt. Die Förderung läuft vorerst im bisherigen Umfang (wie 2023) weiter. Für Verbraucher besonders relevant ist die Wiederaufnahme der Förderung von Energieberatungen. Bei Wohngebäuden erstattet der Staat bis zu 80 Prozent der Kosten für die Energieberatung. Gefördert wird zum Beispiel die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist die Förderung auf 1.300 Euro begrenzt, bei Gebäuden ab drei Wohneinheiten gibt es bis zu 1.700 Euro.
Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie Unterstützung bei der Sanierung von Gebäuden, die dauerhaft Energiekosten einsparen.
Im Rahmen der Antragstellung für die BEG ist es für bestimmte Maßnahmen erforderlich, einen Energieeffizienz-Experten (EEE) hinzuzuziehen. Dies gilt für
– Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
– Anlagentechnik (ausgenommen Heizung)
– Errichtung, Umbau und Erweiterung eines Gebäudenetzes
– Anträge mit iSFP-Bonus
– Fachplanung und Baubegleitung
KfW-Neubauförderung *startet im Februar*
Wer neu bauen will, muss sich noch gedulden: Das KfW-Förderprogramm für klimafreundliche Neubauten soll erst im Februar wieder starten.
Die Bestimmungen des GEG 2024 umfassen 115 Paragraphen. Im Folgenden werden einige Änderungen gegenüber dem Vorgänger in Kurzform dargestellt. Konkrete Informationen für geplante Projekte können dem Gesetzestext entnommen werden. Zu beachten ist, dass die Länder noch Durchführungsbestimmungen zum Gesetz erlassen müssen, die in Brandenburg noch nicht einmal für das GEG 2020 vorliegen.
Ein Energieausweis ist ein Dokument, das Informationen über den Energieverbrauch und die Energieeffizienz eines Gebäudes liefert. Er gibt Auskunft über den energetischen Zustand einer Immobilie und ermöglicht es potenziellen Käufern oder Mietern, den Energiebedarf und die damit verbundenen Kosten abzuschätzen.
Es gibt zwei Arten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.
– der Bedarfsausweis basiert auf einer umfassenden Analyse des Gebäudes und seiner energetischen Eigenschaften.
– der Verbrauchsausweis hingegen basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der Vergangenheit, die neben der Qualität der thermischen Hülle auch stark vom Nutzerverhalten abhängen und daher für Dritte kaum aussagekräftig sind.
Ein Energiebedarfsausweis bietet mehrere Vorteile:
In Deutschland ist bei Verkauf und Vermietung ein Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben. Dies dient dazu, den Immobilienmarkt transparenter zu gestalten und den Verbrauchern Informationen zur Energieeffizienz zur Verfügung zu stellen.
Durch affine Umskalierung einer Momentaufnahme (unter tatsächlich vorgefundenen Bedingungen aufgenommenes Thermogramm) können für verschiedene Innen- und Außentemperaturen die jeweiligen Oberflächentemperaturen auf der Innenseite simuliert und im Hinblick auf die Unterschreitung des Taupunktes ausgewertet werden. Zum Zeitpunkt des Ortstermins müssen ausreichend stationäre Bedingungen herrschen. Bei konstanter Innentemperatur sollte die Außentemperatur über mehrere Tage mindestens 10°K unter der Innentemperatur liegen. Im Beispiel oben wurde das Thermogramm bei 21°C innen und 1°C außen (24h-Mittelwert) aufgenommen und eine Simulationsreihe erstellt. Das abgebildete Beispiel zeigt eine Feuchteserie bei konstanter simulierter Temperatur.
Das Verfahren kann Hinweise liefern, ob fehlerhaftes Nutzerverhalten oder bauliche Gründe für eine vorgefundene Schimmelpilzbildung verantwortlich sind.
Die größte Bedeutung für die Trinkwasserhygiene in Gebäuden haben Legionellen. Legionellen vermehren sich in Trinkwasserinstallationen insbesondere in einem Temperaturbereich von 25° – 55° C (starkes Wachstum zwischen 30°C und 45°C).
Unzulässige Aufwärmungen des Trinkwassers kalt (PWC) von mehr als 25°C (empfohlen ≤ 20° C) können zu hohen Kontaminationen mit Legionellen und damit zu einer Gesundheitsgefährdung durch den Nutzer führen. Warmes Trinkwasser (PWH) darf nach vollständigem öffnen einer Entnahmestelle nach 3 Litern nicht kälter als 55°C sein. Ziel bei der Errichtung der Trinkwasserinstallation muss sein, dass sich die Trinkwasserqualität auf seinem Weg vom Wasserzähler zu den Zapfstellen nicht verschlechtert.
Die Temperaturmessung durch den Sachverständigen erfolgt über einen modernen Durchfluss-Datenlogger der gleichzeitig Volumenströme und Temperaturverläufe an den möglichst am weitesten entfernten, endständigen Entnahmestellen aufzeichnet. Hierbei sollen Temperaturen im Trinkwasser (PWC/PWH) in den drei Abschnitten
gemessen werden. Nach der Durchführung und Auswertung der Messung kann der Sachverständige eine hygienisch-technische Einschätzung der Installation vornehmen.
Wandbekleidungen und Vorsatzschalen, nichttragende, innere Trennwände sowie Deckenbekleidungen und Unterdecken werden regelmäßig im Trockenbau ausgeführt. Oftmals sind den häufig fachfremden „Trockenbaumonteuren“ Standardkonstruktionen, Arbeitsabläufe und Verarbeitungsregeln nicht bekannt oder werden nicht eingehalten. Auf Grund von fehlenden Grundkenntnissen der Baustofftechnologie und der Bauphysik (z. B. Mörteltechnologie, Bindemittel, Holz, Holzwerkstoffe, Wärme-, Schall- und Brandschutz) kommt es zu Baufehlern aus denen Mängel oder Bauschäden resultieren können.
Bild: Bei der Beplankung dürfen keine Plattenstöße in der Verlängerung der Türzarge liegen (Versatz ≥ 15 cm). Man hätte senkrecht über dem Sturz ein zusätzliches CW-Profil einstellen oder die Platte über den Sturz bis zum nächsten Ständer ziehen müssen. Der Baufehler wurde im Rahmen einer baubegleitenden Qualitätsprüfung erkannt und konnte so vor der Bauendabnahme beseitigt werden.
Die Betondeckung ist der minimale Abstand zwischen einer Bewehrungsoberfläche und der Betonoberfläche. Die Betondeckung soll den Verbund zwischen Betonstahl und Beton, den Brandschutz und den Schutz der Bewehrung vor Korrosion sicherstellen.
Während der Ausführung müssen auf der Baustelle Bewehrungspläne vorliegen, aus denen die einzuhaltende Betondeckung hervorgeht.
Eine zu geringe Betondeckung führt zu Schäden an Stahlbetonbauteilen. Zum Beispiel kann die Abdichtung im Bereich der Bodenplatte in Folge der Korrosion des Betonstahls geschädigt werden und damit ihre schützende Funktion verlieren. Daraus können dann Feuchteschäden im Sockelbereich bis hin zu Schäden im Innenbereich entstehen.
Der richtige Zeitpunkt zum kontrollieren der Bewehrung durch die Objektüberwachung ist vor dem Betonieren der Bodenplatte. Im Rahmen der Baubegleitenden Qualitätsüberwachung kann die Betondeckung auch nach der Herstellung der Bodenplatte stichprobenartig gemessen werden.
Sämtliche Anschlüsse eines WDV-Systems müssen schlagregendicht ausgeführt werden. Häufig sind Ausführungsfehler im Bereich von durchdringenden Kabeln und Leitungen, Außensteckdosen, Befestigungen von Regenfallrohren und Fensterbänken zu bemängeln. So kann Wasser in die Baukonstruktion eindringen und diese schädigen. Im Folgenden kann es zu Feuchte- und Schimmelpilzschäden im Innenraum kommen.
Bei der stichprobenartigen Qualitätskontrolle sollte eine Inaugenscheinnahme der Fassadenarbeiten und Wärmedämmung zum Beginn der Klinker- oder Verputzarbeiten erfolgen.
Die DIN 18015-1:2020-5 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Teil 1: Planungsgrundlagen ersetzt die DIN 18015-1:2013-9.
Nach der im Mai 2020 neu erschienenen DIN 18015 Teil 1 ist nach Abschnitt 4.5 die Verlegung von Kabeln und Leitungen auf der Rohdecke, für den Schutz gegen Beschädigung, nur noch in Elektroinstallationsrohren oder in Elektroinstallationskanälen zulässig. Durch diese Schutzmaßnahme soll vor allem die Zerstörung der auf dem Fußboden verlegten Kabel und Leitungen durch andere, am Bau beteiligte Personen verhindert werden.
Neben dem mechanischen Schutz fordert die Norm, im Abschnitt 6.2.1, die Auswechselbarkeit von Kabeln und Leitungen der Telekommunikation bzw. Information und Kommunikation. Die Führung der Kabel und Leitungen in Rohren ist daher durchaus sinnvoll.
Bei der stichprobenartigen Qualitätskontrolle sollte eine Inaugenscheinnahme der Rohinstallation Elektro (Grundinstallation in der Rohbauphase) vor dem Innenputz und vor der Dämmung unter dem Estrich erfolgen.