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Dipl.-Ing. (FH)
Dierk Schumacher

  • Bauingenieur (konstruktiver Ingenieurbau), Universität Siegen
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  • Sachverständiger für Schäden an Gebäuden gemäß DIN ISO/IEC 17024 (European Certification Council)
  • Gutachter für Schäden an Gebäuden mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation (PersCert TÜV Rheinland)
  • Gutachter für Feuchte- und Schimmelpilzschäden mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation (PersCert TÜV Rheinland)
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  • Sanierungs-Berater Nachhaltiges Leben und Wohnen, anerkannt durch das Europäische Energie- und Umweltforum (EEUF)
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Aktuelle Neuigkeiten

Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
TEIL 3: MYKOTOXINE, ENDOTOXINE UND CHRONISCHE ENTZÜNDUNGEN
Ein wichtiger Hinweis: Diese Artikelserie Teil 1-3 dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei…

Ein wichtiger Hinweis: Diese Artikelserie Teil 1-3 dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zu dem Thema wird derzeit viel geforscht, der Blogbeitrag stellt möglicherweise nicht den aktuellen Stand von Forschung und Wissenschaft dar.

14. MYKOTOXINE: DIE CHEMISCHEN STOFFWECHSELPRODUKTE VON PILZEN

Mykotoxine sind Sekundärmetaboliten, also Stoffe, die Schimmelpilze während ihres Wachstums produzieren.

Im Gegensatz zu Sporen, die die Vermehrung des Pilzes sichern, sind Mykotoxine chemische Waffen, die der Pilz einsetzt, um seine Nische zu verteidigen und andere Organismen abzuwehren.

Ein kritischer Punkt ist ihre chemische Stabilität. Sie werden während des Pilzwachstums gebildet und bleiben auch nach dem Absterben des Pilzes chemisch aktiv und wirksam.

Sie können sich im Hausstaub anreichern, in Textilien eindringen und lange Zeit bestehen bleiben – völlig unabhängig davon, ob der Pilz noch lebt.

Gelangen Mykotoxine in die Atemwege, wirken sie:

  • Reizend auf Schleimhäute und Atemwege
  • immunsuppressiv, d. h. sie schwächen das Immunsystem.
  • sie können Zellen beschädigen.

 

15. WIRKMECHANISMEN VON MYKOTOXINEN

Mykotoxine greifen auf mehreren biologischen Ebenen an.

Mechanismus 1: Hemmung der Proteinsynthese

– Mykotoxine stören die Fähigkeit von Zellen, Proteine herzustellen, direkt. Dies führt zu:

  • Zellstress und Funktionsstörungen
  • Beeinträchtigung des Zellstoffwechsels

– Schwächung der Zellbarrieren und Abwehrmechanismen

Mechanismus 2: DNA-Schäden (Mutagenität)

Einige Mykotoxine können das Erbgut beschädigen und Mutationen verursachen. Dies ist:

– ein Langzeitrisiko für Zellveränderungen.

  • potenziell mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden.

Es besteht daher Grund zu extremer Vorsicht bei Langzeitexposition.

Mechanismus 3: Immunsuppression

Durch die Unterdrückung von Immunfunktionen:

– sinkt die Fähigkeit, andere Infektionen abzuwehren.

– Die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt.

– Der Körper kann sich selbst weniger gut schützen.

 

16. DAS ORGANIC DUST TOXIC SYNDROME (ODTS)

Das Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS) – auch als „Körnerfieber“ bekannt (Typ-III-Überempfindlichkeitsreaktion) ist eine klassische Reaktion auf Mykotoxin und Endotoxin-Exposition.

Es tritt auf, nachdem eine Person hohe Konzentrationen an Staub mit Mykotoxinen und Endotoxinen eingeatmet hat.

Typische Symptome

Die Symptome ähneln einer Grippe und treten 4–8 Stunden nach der Exposition auf:

  • Fieber (manchmal bis 40°C und höher)
  • Trockener Husten
  • Atemnot
  • Massive Erschöpfung und Schwäche
  • Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen

ODTS ist nicht ansteckend, sieht aber aus wie Grippe. Dies führt zu:

  • Verwechslungen und falschen Diagnosen
  • Fehlbehandlungen mit antiviralen Mitteln (die nicht wirken)
  • Verzögertem korrekten Verständnis der Situation

Vorkommen und Risiko

ODTS tritt klassisch in landwirtschaftlichen Umgebungen auf (daher der Name „Farmerlunge“ für die chronische Form). Es kann aber auch in Wohnräumen nach Wasserschäden auftreten, wenn:

  • Große Mengen befallenen Materials vorhanden sind
  • Unsachgemäß gereinigt wird (staubbringend)
  • Eine Person mit bestehender Lungenempfindlichkeit exponiert ist

In normalen Wohnräumen sind die Konzentrationen meist geringer als auf Bauernhöfen, aber immer noch gesundheitsrelevant für empfindliche Personen.

 

17. DAS MISSVERSTÄNDNIS UM BIOZIDE

In der Praxis werden oft Biozide eingesetzt, um Bakterien und Pilze „abzutöten” und das Problem somit zu lösen.

Wenn Bakterien durch Biozide oder andere Mittel absterben, werden ihre Endotoxine massiv freigesetzt, oft in höheren Konzentrationen als während eines natürlichen Absterbeprozesses.

Das Ergebnis: Die Raumluft ist nach dem Einsatz von Bioziden oft stärker belastet als zuvor.

Menschen berichten häufig von verschlimmerten Symptomen direkt nach einer „Desinfektion“:

  • verstärkter Husten
  • größere Atemwegsreizung
  • Kopfschmerzen
  • grippeähnliche Symptome.

 

18. ENDOTOXINE: DIE NACHRICHT DES MIKROBIELLEN TODES

Endotoxine sind Bestandteile der äußeren Zellwand gramnegativer Bakterien. Sie bestehen hauptsächlich aus Lipopolysacchariden (LPS), das sind komplexe Moleküle, die Teil der Bakterienzellstruktur sind.

Endotoxine werden nicht während des Lebens des Bakteriums freigesetzt, sondern nur beim Zelltod.

Dieser Zelltod kann durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • Trocknung des Substrats
  • Behandlung mit Bioziden
  • Temperaturveränderungen
  • Nährstoffmangel

 

Ein lebender Biofilm mit Millionen von Bakterien ist oft weniger problematisch als eine trockene Umgebung, in der diese Bakterien gerade abgestorben sind und ihre Endotoxine freisetzen.

Dies erklärt ein paradoxes Phänomen: Manchmal geht es Menschen besser, wenn feuchte Bedingungen bestehen, als wenn das Material austrocknet, weil in der feuchten Phase die Bakterien noch leben und ihre Endotoxine nicht freisetzen.

 

19. WIE ENDOTOXINE WIRKEN

Endotoxine binden an spezifische Rezeptoren auf Immunzellen, insbesondere an den Toll-like-Rezeptor 4 (TLR-4). Diese Bindung löst Signalkaskaden aus, die zur Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen führen.

  • IL-1 (Interleukin-1)
  • IL-6 (Interleukin-6)
  • TNF-α (Tumornekrosefaktor Alpha).

Diese Zytokine sind die Alarmsirenen des Immunsystems und Signalisieren dem Körper ein Problem.

Die Folge dieser Zytokinfreisetzung ist eine systemische Entzündungsreaktion.

Bei

– geringen Konzentrationen:

  • Reizung der Atemwege
  • Müdigkeit
  • Unwohlsein

– Bei mittlerer Konzentration:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • grippeähnliche Beschwerden
  • Gelenkschmerzen

– Bei hohen Konzentrationen (medizinischer Notfall):

  • Akute Entzündung
  • Septischer Schock
  • lebensgefährliche systemische Reaktion

Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass eine chronische Endotoxin-Exposition auch mit Arthritis und anderen chronischen Entzündungserkrankungen assoziiert ist.

 

20. CHRONISCHE ENTZÜNDUNGSPROZESSE

Das Immunsystem erkennt Mikroorganismen nicht primär daran, ob sie leben oder nicht, sondern anhand spezifischer Strukturen, die Gefahr signalisieren. Diese Strukturen werden als PAMPs (Pathogen-Associated Molecular Patterns) bezeichnet.

Dazu gehören:

– β-Glucane aus Pilzzellwänden

– Lipopolysaccharide (LPS) aus Bakterienzellwänden,

– Chitin und andere Pilzbestandteile.

Der Prozess der chronischen Aktivierung: Diese PAMPs binden an Toll-like-Rezeptoren (TLRs) auf Immunzellen und lösen Signalkaskaden aus. Normalerweise ist dies ein kurzer, fokussierter Prozess. Der Körper reagiert, beseitigt die Bedrohung und die Entzündung ebbt ab.

Bei wiederholter oder chronischer Exposition entsteht jedoch etwas anderes: Der Körper bleibt in einem Zustand latenter, persistierender Entzündung.

Dieser Zustand permanenter, niedriger Entzündung führt zu:

  • Chronische Müdigkeit: Der Körper ist ständig in Alarmbereitschaft.
  • Kopfdruck und Kopfschmerzen durch anhaltende Entzündung im ZNS
  • Gelenkbeschwerden: Eine systemische Entzündung wirkt sich auf alle Gelenke aus.
  • Konzentrationsprobleme und „Brain Fog“: Entzündungsmediatoren beeinflussen kognitive Funktionen.
  • Stimmungsveränderungen und Reizbarkeit: Zytokine wirken auch auf das Nervensystem.
  • Unerklärte Schmerzen: Diffuse Körperschmerzen ohne klare Ursache

Langzeitfolgen

Eine chronische Entzündung wirkt sich langfristig auf verschiedene Systeme aus und erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen.

  • chronische Atemwegserkrankungen (COPD, Asthma)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme

 

21. SYNERGISTISCHE EFFEKTE

Eine wichtige Erkenntnis aus neueren Forschungen ist, dass die Kombination verschiedener mikrobieller Komponenten die Entzündungsreaktionen, über die Summe ihrer Einzeleffekte hinaus, erheblich verstärkt.

Dies geschieht beispielsweise, wenn in einer feuchten Umgebung folgende Substanzen gleichzeitig vorhanden sind:

  • Mykotoxine von Pilzen,
  • Endotoxine von Bakterien
  • β-Glucane aus Pilzzellwänden

Chitin aus Pilzstrukturen, dann ist die Gesamtwirkung stärker als die Summe der Einzeleffekte. Das Immunsystem wird nicht einfach additiv stärker aktiviert, sondern die verschiedenen Signale verstärken sich gegenseitig und führen zu einer verstärkten Entzündungsreaktion.

Praktische Folgerung für die Bewertung: Es reicht oft nicht, nur eine einzelne Substanz zu messen. Entscheidend sind die Mischung und das Zusammenspiel.

So kann ein Raum ein niedriges Schimmelpilzwachstum aufweisen, aber dennoch eine hohe Konzentration an Mykotoxinen, Endotoxinen und Zellbestandteilen enthalten. In diesem Fall bleibt die Umgebung gesundheitsrelevant, auch wenn die klassischen Laborwerte niedrig sind.

 

22. Schlusswort

Die Bestandteile Mykotoxine, Endotoxine und Zellwandbestandteile von toten Schimmelpilzen und Bakterien bleiben aktiv und können auch nach dem Absterben der Schimmelpilze und Bakterien weiterhin Entzündungen, Allergien und Symptome auslösen.

Sollten die Themen dieses dreiteiligen Artikels für Sie relevant sein, kontaktieren Sie mich gerne. Ich begleite Sie durch den gesamten Prozess: von der Inaugenscheinnahme und Probenahme über die Schadensberatung (Unterstützung bei der Festlegung des Sanierungsziels) bis zur abschließenden Erfolgskontrolle. www.BauSV-Schumacher.de

 

Haftungsausschluss:

Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung, Ortsbegehung oder medizinische Bewertung. Bei konkreten Schäden oder Gesundheitsbeschwerden wenden Sie sich bitte an qualifizierte Ärzte oder Umweltmediziner.

Mo., 05.01.2026
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
TEIL 2: IMMUNANTWORTEN UND ALLERGIEN NACH WASSERSCHÄDEN
Ein wichtiger Hinweis: Diese Artikelserie Teil 1-3 dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei…

Ein wichtiger Hinweis: Diese Artikelserie Teil 1-3 dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zu dem Thema wird derzeit viel geforscht, der Blogbeitrag stellt möglicherweise nicht den aktuellen Stand von Forschung und Wissenschaft dar.

7. ALLERGIE UND SENSIBILISIERUNG: EINE FEHLINTERPRETATION

Eine Allergie ist keine Schwäche oder Überempfindlichkeit, sondern eine Fehlinterpretation des Immunsystems.

Normalerweise ist das Immunsystem dafür zuständig, den Körper vor echten Bedrohungen zu schützen. Bei einer Allergie hält das Immunsystem harmlose oder wenig schädliche Substanzen, sogenannte Allergene, für gefährlich und reagiert mit einer Überreaktion.

Im Kontext von Wasserschäden und Schimmelbefall können sowohl lebende als auch abgestorbene Zellbestandteile von Pilzen und Bakterien als Allergene fungieren.

 

Die zwei Phasen einer allergischen Reaktion

Phase 1: Sensibilisierung (oft ohne Symptome)

Das Immunsystem begegnet einem Allergen zum ersten Mal. Es erkennt es als fremd und speichert diese Information ab. Der Körper produziert spezifische Antikörper gegen dieses Allergen, die wie eine Art Erinnerung für zukünftige Begegnungen wirken.

Diese Phase kann symptomfrei ablaufen. Die Person bemerkt oft nichts, aber das Immunsystem wurde „aktiviert” und ist jetzt sensibilisiert.

Phase 2: Die Reaktion (plötzlich und teilweise heftig)

Beim erneuten Kontakt mit demselben Allergen erfolgt eine sofortige Immunantwort. Mastzellen werden aktiviert und setzen Histamin und andere Botenstoffe frei.

Dies führt zu den klassischen Symptomen: Niesreiz, Schleimhautschwellung, Juckreiz und in schweren Fällen Atemnot.

Kritisch wird es, wenn eine Person, die vorher jahrelang problemlos in einem Gebäude gelebt hat, nach einem Wasserschaden plötzlich überempfindlich wird. Das Immunsystem wurde „aktiviert“ und reagiert nun anders auf die mikrobiellen Bestandteile (u. U. auch auf solche, die bereits zuvor vorhanden waren). Dies erklärt, warum Bewohner nach einem Wasserschaden plötzlich Symptome entwickeln, die zuvor nicht auftraten.

 

8. VERSCHIEDENE ALLERGIE-TYPEN UND IHRE MANIFESTATION

Nicht alle allergischen Reaktionen sind gleich. Das Immunsystem verfügt über verschiedene Mechanismen, um auf Allergene zu reagieren. Hier sind die drei hauptsächlichen Typen:

Typ I (Soforttyp):

– Zeitverlauf: Sekunden bis Minuten nach Kontakt

– Mechanismus: IgE-Antikörper vermittelt

– Typische Symptome:

  • Niesreiz und Niesen
  • Atemnot oder pfeifende Atmung
  • Tränende und juckende Augen
  • Hautjucken, Nesselsucht

– In schweren Fällen anaphylaktische Reaktionen

Diese Typ-I-Reaktion ist das, was die meisten Menschen als „klassische Allergie” kennen. Sie tritt schnell auf, ist oft sehr unangenehm, aber normalerweise begrenzt.

 

(Typ II –. Zytotoxisch, nicht hauptsächlich)

 

Typ III – Immunkomplextyp:

– Zeitverlauf: mehrere Stunden bis zu 48 Stunden nach Kontakt

– Mechanismus: Bildung von Antigen-Antikörper-Komplexen

– Typische Symptome:

  • Lungensymptome (Husten, Atemnot)
  • Fieber und grippeähnliche Beschwerden
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen

Diese Reaktion wird oft übersehen, da die Symptome verzögert auftreten und nicht sofort mit dem Allergen in Verbindung gebracht werden. Sie ist als „Farmerlunge” (exogen-allergische Alveolitis) bekannt, kann aber auch nach der Exposition gegenüber Schimmelpilzsporen und Bakterien in feuchten Gebäuden auftreten.

 

Typ IV – Spättyp:

– Zeitverlauf: 24 bis 72 Stunden nach Kontakt

– Mechanismus: T-Lymphozyten

– Typische Symptome:

  • Hautrötungen und Ekzeme
  • Juckreiz der Haut
  • Reizhusten
  • Augenentzündung

Diese Reaktion verläuft langsamer als die anderen Typen und wird oft übersehen, da die Symptome nicht unmittelbar auftreten.

 

9. DIE ROLLE VON ENDOTOXINEN BEI IMMUNREAKTIONEN

Ein oft übersehener Aspekt sind die sogenannten Endotoxine, die Bestandteile der Zellwände gramnegativer Bakterien sind. Gramnegative Bakterien bilden eine große Gruppe von Bakterien, die sich durch ihre charakteristische doppelte Zellwand auszeichnen. Diese macht sie mikroskopisch nicht nur farblich unterscheidbar, sondern auch medizinisch oft problematisch. Sie sind insbesondere in der Infektiologie und der Antibiotika-Forschung von Bedeutung.

Diese Substanzen wirken nicht direkt als Allergene, sondern als Adjuvanzien, also als Verstärker. Sie senken die Reizschwelle des Immunsystems erheblich.

Das Ergebnis: Eine Person, die vorher auf eine bestimmte Exposition nicht reagiert hätte, reagiert jetzt heftig.

Dies erklärt, warum manche Menschen nach einem Wasserschaden massiv überempfindlich werden. Die Endotoxine der Bakterien haben das Immunsystem „scharf gemacht”, sodass es danach empfindlicher auf vieles reagiert.

 

10. Gesundheitliche Symptome richtig deuten

Symptomklassifikation: Welche Zeichen deuten auf eine mikrobielle Belastung hin?

Auge und Nase:

  • Tränende oder juckende Augen (ohne bekannte Allergie, z. B. gegen Pollen)
  • Niesattacken, besonders nach dem Aufwachen
  • Verstopfte oder permanent laufende Nase
  • Druckgefühl in den Nebenhöhlen oder Kopfschmerzen im Stirnbereich

Lunge und Atemwege:

  • Trockener Husten, der lange anhält
  • Räusperzwang oder Halskratzen
  • Atemnot oder Engegefühl in der Brust, besonders im Liegen
  • Pfeifende Atmung oder Kurzatmigkeit ohne körperliche Anstrengung

Haut:

  • Rötungen oder Juckreiz ohne erkennbare Ursache

Ekzeme oder Hautausschläge, die nicht auf eine Behandlung ansprechen

  • Nesselsucht-ähnliche Reaktionen
  • Verschlechterung bestehender Hauterkrankungen wie Neurodermitis

Allgemeines Befinden:

  • Kopfschmerzen, die wiederkehrend oder dauerhaft sind
  • Extreme Müdigkeit oder Erschöpfung trotz ausreichendem Schlaf
  • Konzentrationsprobleme oder „Brain Fog”
  • Gliederschmerzen oder diffuse Muskelschmerzen
  • Fiebergefühl ohne messbare Temperaturerhöhung
  • Schlafstörungen oder unruhiger Schlaf

 

11. Infektionen: Der Unterschied zu Allergien

Infektionen unterscheiden sich grundlegend von allergischen oder toxischen Reaktionen.

Bei einer Infektion müssen die Mikroorganismen vital und vermehrungsfähig sein. Der Körper wird nicht nur durch die Anwesenheit der Erreger gefährdet, sondern auch durch ihre Fähigkeit, sich auszubreiten, Gewebe zu beschädigen oder Toxine zu produzieren.

Eine allergische Reaktion kann dagegen auch durch tote Zellbestandteile ausgelöst werden. Eine Infektion nicht – der Organismus muss leben.

Pilzinfektionen (Mykosen) in Wohnumgebungen

Von den über einer Million bekannten Pilzarten sind nur wenige dazu in der Lage, Menschen zu infizieren. Die gefährlichste Art in Wohnumgebungen ist Aspergillus fumigatus, der invasive Aspergillosen (tiefe Pilzinfektionen) verursachen kann.

Wer ist besonders gefährdet?

Invasive Pilzinfektionen treten fast ausschließlich bei Personen mit einem beeinträchtigten Immunsystem auf:

  • nach Chemotherapie oder bei Krebspatienten
  • nach einer Organtransplantation (Immunsuppression ist notwendig)
  • nach einer Langzeit-Antibiotikatherapie
  • bei fortgeschrittenem HIV/AIDS.

Es gibt zwei Formen:

  • Lokale Mykosen: Diese wachsen oberflächlich, etwa als Aspergillome in den Nebenhöhlen. Sie sind weniger akut bedrohlich, können aber chronisch störend wirken.
  • Systemische Mykosen: Diese dringen über die Blutbahn in innere Organe ein. Sie sind lebensbedrohlich, treten aber zum Glück selten in normalen Wohnräumen auf.

Nach Wasserschäden, insbesondere nach einer Kontamination mit Abwasser oder nach Überschwemmungen, finden sich häufig pathogene Bakterien.

  • E. coli (Escherichia coli)
  • Klebsiella pneumoniae
  • Clostridien und andere anaerobe Bakterien

Diese können Wund- oder Atemwegsinfektionen verursachen und werden teilweise über feine Wassertröpfchen (Aerosole) übertragen.

 

12. Der Unterschied zwischen lebenden und toten Mikroorganismen

Ein weitverbreiteter Fehler bei der Bewertung von Wasserschäden ist die Annahme: „Wenn die Keime tot sind, ist das Problem gelöst.“ Dies ist falsch.

Die drei verschiedenen Wirkmechanismen für eine Infektion:

  1. a) Lebende, vermehrungsfähige Sporen oder Bakterien sind erforderlich.

– Die Mikroorganismen müssen eindringen, wachsen und Gewebe beschädigen.

Für eine allergische Reaktion:

  1. b) Tote oder lebende Zellbestandteile sind ausreichend.

– Die Allergenstruktur – nicht die Lebensfähigkeit – löst die Reaktion aus.

Für eine toxische Reaktion durch Mykotoxine oder Endotoxine:

  1. c) Chemische Substanzen, die von lebenden oder toten Mikroorganismen stammen.

Diese Stoffe bleiben auch nach dem Tod der Organismen aktiv.

Nicht die Lebensfähigkeit entscheidet über das gesundheitliche Risiko, sondern die vorhandene Biomasse, also die Gesamtmenge der mikrobiellen Bestandteile, ob lebendig oder tot.

 

13. Bewertung und nächste Schritte

Die Bewertung von Gesundheitssymptomen nach einem Wasserschaden sollte stets im Zusammenhang mit dem mikrobiologischen Befund erfolgen. Denn ein Raum kann optisch trocken und sauber wirken, aber durch verbliebene Sporen und Zellfragmente weiterhin allergen sein.

Für die Praxis:

  • Ein hoher Keimnachweis im Labor bedeutet nicht automatisch ein hohes Gesundheitsrisiko – entscheidend ist, um welche Art von mikrobiellen Komponenten es sich handelt.
  • Eine niedrige gemessene Keimzahl schließt ein hohes biologisches Risiko nicht aus, wenn viel inaktive Biomasse vorhanden ist.

Die Interpretation von Laborergebnissen erfordert Fachkompetenz!

 

Im nächsten Teil der Serie

In dem folgenden dritten Teil geht es um die langfristige Gefahr durch Mykotoxine und Endotoxine, die auch nach Wasserschäden noch lange wirksam bleiben, sowie ihre Rolle bei chronischen Entzündungsprozessen.

Mo., 29.12.2025
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
TEIL 1: FEUCHTIGKEIT UND BIOLOGISCHE PROZESSE IN GEBÄUDEN
Ein wichtiger Hinweis: Diese Artikelserie Teil 1-3 dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei…

Ein wichtiger Hinweis: Diese Artikelserie Teil 1-3 dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zu dem Thema wird derzeit viel geforscht, der Blogbeitrag stellt möglicherweise nicht den aktuellen Stand von Forschung und Wissenschaft dar.

1. DAS UNSICHTBARE PROBLEM

Wenn Wasser in ein Gebäude eindringt, sei es durch Rohrlecks, Überschwemmungen oder anhaltende Feuchtigkeit, dann passiert zunächst das Offensichtliche: Wände werden nass, Farbe beginnt abzublättern und es erscheinen erste Verfärbungen.

Doch das eigentliche Problem entsteht im Verborgenen.

Parallel zu den sichtbaren Schäden beginnt ein komplexer biologischer Prozess, der sich über Wochen und Monate hinzieht. Dieser Prozess ist für das bloße Auge unsichtbar, hat aber erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner und die strukturelle Integrität des Gebäudes.

Viele Menschen verstehen nicht, warum sie noch Monate nach einem scheinbar behobenen Wasserschaden unter Atemwegsproblemen, Kopfschmerzen oder unerklärter Müdigkeit leiden. Die Antwort liegt in diesen biologischen Vorgängen.

In diesem ersten Teil wird erklärt, was biologisch nach einem Wasserschaden passiert und warum frühes Handeln so entscheidend ist.

 

2. WIE WASSER BIOLOGISCHES LEBEN AKTIVIERT

In jedem Baustoff, sei es Gipskarton, Holz, Putz oder Tapete, befinden sich organische Rückstände in Ruhe. Diese enthalten:

  • Klebstoffe
  • Holzbestandteile
  • Papierfasern

Solange diese Stoffe trocken bleiben, bleibt alles stabil. Doch sobald Feuchtigkeit eindringt, entsteht eine Kettenreaktion:

Stufe 1: Nährstoffe werden verfügbar, da das Wasser die organischen Materialien rehydratisiert und sie somit biologisch verwertbar macht. Praktisch wird aus dem bisher inerten Material Futter.

Stufe 2: Der Lebensraum entsteht. Feuchtigkeit schafft das essenzielle Medium für mikrobielles Wachstum. Bakterien und Pilzsporen, die überall in der Umwelt vorhanden sind, erhalten optimale Bedingungen.

Stufe 3: Die biologische Besiedlung startet. Mikroorganismen aus der Luft und dem Staub beginnen zu wachsen und sich zu vermehren. Ein komplexes Ökosystem entwickelt sich – schneller, als man erwartet.

Feuchtigkeit bedeutet nicht automatisch Schimmel, aber immer biologische Aktivität.

Selbst eine kurzzeitige Durchfeuchtung – etwa durch Kondenswasser an einem einzelnen Wintertag – kann ausreichen, um diese mikrobielle Dynamik in Gang zu setzen. Die kritische Variable ist dabei nicht primär die Feuchtemenge, sondern vor allem die Dauer der Feuchte.

Je länger Feuchtigkeit bestehen bleibt, desto komplexer, vielfältiger und problematischer wird die mikrobielle Besiedlung.

 

3. TYPISCHE FEUCHTEQUELLEN IN WOHNGEBÄUDEN

Häufige Feuchtequellen:

– Kondenswasser: Das häufigste Problem entsteht an Oberflächen mit schlechter Dämmung oder bei unzureichender Belüftung. Besonders in Badezimmern und Schlafzimmern kann es zu einem andauernden Problem werden. Die Raumluft kann die Feuchtigkeit nicht aufnehmen und sie setzt sich an kalten Flächen ab, was ideale Bedingungen für Pilzwachstum schafft.

– Akute Wasserschäden: Rohrbrüche, undichte Wasserrohre, Rückstauleitungen oder Überschwemmungen setzen große Mengen Wasser frei. Die biologische Besiedlung verläuft hier in Hochgeschwindigkeit, da die Feuchtigkeit massiv und plötzlich vorhanden ist.

– Ständig erhöhte Luftfeuchtigkeit: Wenn die relative Luftfeuchte dauerhaft über 65 Prozent liegt – etwa durch mangelnde Belüftung, zu viele Pflanzen oder Wäschetrocknung im Raum –, entsteht ein permanenter biologischer Nährboden.

Abwasserbelastung: Nach Rohrbeschädigungen im Abwasserbereich oder bei Überschwemmungen kann fäkalienhaltiges Wasser eindringen. Dies ist nicht nur ein biologisches, sondern auch ein hygienisches Risiko.

Kapillaraufstieg: Weniger offensichtlich, aber langfristig problematisch ist Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich durch die Wände (in der Regel den Putz) aufsteigt. Dies verläuft oft unbemerkt und führt zu versteckten Besiedlungen innerhalb von Wandkonstruktionen.

 

4. DIE BIOLOGISCHEN PHASEN NACH WASSERSCHÄDEN

Nach einem Wasserschaden verläuft die mikrobielle Besiedlung in folgenden 3 Phasen:

Phase 1: Schnelle Bakterienbesiedelung (Stunden bis wenige Tage)

Sobald Feuchtigkeit und Nährstoffe vorhanden sind, vermehren sich Bakterien explosionsartig. Sie reagieren schneller als Pilze und bilden erste Biofilme, die ihnen Halt geben und Nährstoffe konzentrieren.

Phase 2: Pilzkolonisierung (Tage bis zwei Wochen)

Schimmelpilze folgen der bakteriellen Besiedlung. Sie wachsen in der feuchten Umgebung und beginnen, ihre Sporen in die Raumluft abzugeben. Dies ist oft der Zeitpunkt, an dem die ersten sichtbaren Verfärbungen entstehen.

Phase 3: Komplexe mikrobielle Gemeinschaft (Wochen bis Monate)

Es entwickelt sich eine diverse Mikroflora: Verschiedene Pilzarten konkurrieren und koexistieren miteinander, während spezialisierte Bakterien spezifische Nischen besiedeln. Diese Gemeinschaft beginnt, Stoffe freizusetzen, die das Immunsystem reizen oder beeinflussen können.

Die Dauer dieser Phasen hängt von Temperatur, Feuchte und verfügbaren Nährstoffen ab.

 

5. SCHIMMELPILZE: MEHR ALS NUR OBERFLÄCHLICHE VERFÄRBUNGEN

Schimmelpilze bestehen aus Millionen winziger Zellen, die sich zu fadenförmigen Strukturen, den sogenannten Hyphen, verbinden. Diese Hyphen durchdringen Materialien tiefergehend, als man sieht. Was auf der Oberfläche sichtbar ist, setzt sich oft Millimeter ins Material fort.

Hier liegt eine kritische Erkenntnis, die oft übersehen wird: Die Gefahr endet nicht mit dem Schimmel.

Selbst wenn Schimmel erfolgreich abgetötet oder entfernt wird, bleiben abgestorbene Pilzreste, Zellwandfragmente und alte Sporen in der Luft und im Staub zurück. Diese nicht lebenden Bestandteile sind biologisch nicht aktiv, aber immunologisch hoch relevant.

Das Immunsystem erkennt diese Strukturen nämlich als fremd und bedrohlich an – ähnlich wie echte Krankheitserreger. Komponenten wie Chitin und β-Glucane aktivieren Immunreaktionen, auch wenn der Pilz längst tot ist. Daher können selbst nach einer erfolgreichen Desinfektion Reizungen und Beschwerden andauern.

 

6. WARNHINWEISE ERKENNEN UND RICHTIG REAGIEREN

Visuell erkennbare Zeichen für Schimmelpilzbildung:

  • Dunkle oder farbige Verfärbungen an Wänden, Decken oder Fußleisten (grau, schwarz, grünlich, rötlich)
  • abblätternde Farbe, aufgequollene oder blasenbildende Tapete
  • Dunkle Flecken oder Verfärbungen in Ecken, hinter Möbeln oder unter Fensterlaibungen
  • Sichtbares Kondenswasser an Fenstern oder an kalten Wandflächen

Geruchliche Hinweise

Der muffig-erdige Geruch ist oft das erste Zeichen mikrobiellen Wachstums und manchmal früher wahrnehmbar als die visuellen Zeichen. Dieser Geruch sollte ernst genommen werden.

Verwenden Sie ein einfaches Hygrometer zur Raumluftüberwachung. Die Raumluftfeuchte sollte in einem Bereich zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Dauerhafte Werte über 60 Prozent können au ein Risiko hindeuten.

Je früher ein Feuchtigkeitsproblem erkannt und behoben wird, desto weniger Zeit hat die mikrobielle Besiedlung, sich komplex zu entwickeln. Eine schnelle Reaktion kann langfristige Probleme verhindern.

 

Im nächsten Teil der Serie: Der zweite Teil dieser Reihe beschäftigt sich mit der Reaktion des menschlichen Körpers auf mikrobielle Belastungen – einschließlich Allergien, Infektionen und der Frage, warum selbst tote Mikroorganismen noch Symptome verursachen können.

Mo., 22.12.2025
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Eigenschaften und Vorteile beim Einsatz von Trasszement im Denkmalschutz

Die Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude stellt besondere Anforderungen an Materialien und Handwerk. Gerade beim Umgang mit denkmalgeschützten…

Die Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude stellt besondere Anforderungen an Materialien und Handwerk. Gerade beim Umgang mit denkmalgeschützten Bauwerken wie Klöstern, Kirchen oder Altbauten ist die Wahl des richtigen Baustoffs entscheidend für den langfristigen Erhalt der wertvollen Substanz. Ein Material, das sich dabei bewährt hat, ist Trasszement. Doch was genau macht Trasszement so besonders und warum ist er im Denkmalschutz oft die erste Wahl?Was ist Trasszement?

Trasszement ist ein spezieller Kompositzement, der aus klassischem Portlandzement und dem vulkanischen Gestein Trass besteht. Durch diese Kombination erhält der Zement besondere bauphysikalische Eigenschaften, die ihn von herkömmlichen Zementen unterscheiden.

 

Eigenschaften von Trasszement

– Lange Verarbeitungszeit: Der Zusatz von Trass sorgt für ein verzögertes Abbinden. Das bedeutet, dass der Mörtel länger verarbeitbar bleibt. Dies ist besonders bei aufwändigen Restaurierungsarbeiten von Vorteil.

  • Spannungsarmes Erhärten: Trasszementmörtel neigen weniger zu Schwund- und Spannungsrissen. Dadurch wird empfindliche historische Bausubstanz vor Schäden durch zu schnelle Austrocknung oder Verformung geschützt.
  • Hohe Wasserbeständigkeit: Nach dem Erhärten ist Trasszement besonders wasserundurchlässig. Das macht ihn ideal für Feuchtbereiche wie Keller, Sockel oder Außenmauern.
  • Frost- und Witterungsbeständigkeit: Trasszementmörtel sind robust gegenüber Witterungseinflüssen und Frost – das ist entscheidend für den dauerhaften Erhalt von Außenbauteilen.
  • Diffusionsoffenheit: Trotz der hohen Dichtigkeit bleibt der Mörtel diffusionsoffen. Feuchtigkeit kann aus dem Mauerwerk entweichen, wodurch Bauschäden durch eingeschlossene Nässe vorgebeugt wird.
  • Verminderte Ausblühneigung: Trass bindet überschüssigen Kalk, wodurch unschöne Ausblühungen und Verfärbungen auf Naturstein oder Sichtmauerwerk deutlich reduziert werden.
  • Hohe Haftung: Trasszement haftet hervorragend auf unterschiedlichen Untergründen, besonders auf Naturstein, das häufig im historischen Bau verwendet wird.

 

Vorteile beim Einsatz im Denkmalschutz

Gerade im Denkmalschutz ist die Verträglichkeit mit der historischen Substanz von entscheidender Bedeutung. Trasszement bietet hier mehrere Vorteile:

– Schonender Umgang mit alter Bausubstanz: Durch das spannungsarme Erhärten werden Schäden an empfindlichen Materialien vermieden.

  • Optisch und technisch passend: Trasszementmörtel lassen sich farblich und strukturell an bestehende historische Mörtel anpassen und ermöglichen so ein harmonisches Gesamtbild.
  • Langlebigkeit: Die hohe Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Witterung verlängert die Lebensdauer der sanierten Bauteile.

– Reduzierte Ausblühungen: Gerade bei Natursteinfassaden oder Sichtmauerwerk bleibt das Erscheinungsbild dauerhaft ansprechend.

  • Vielseitig einsetzbar: Ob als Mauer-, Putz- oder Fugenmörtel – Trasszement ist flexibel und für viele Restaurierungsaufgaben geeignet.

 

Worauf muss geachtet werden?

Trotz seiner Vorteile ist der Einsatz von Trasszement bei denkmalgeschützten Gebäuden genehmigungspflichtig. Die Denkmalschutzbehörde muss jeder Materialänderung zustimmen, um die Authentizität und den Erhalt der historischen Substanz zu gewährleisten. In manchen Fällen können auch Alternativen wie Kalk- oder Trasskalkmörtel die bessere Wahl sein, insbesondere bei sehr empfindlichen Natursteinen.

 

Zusammenfassung

Trasszement ist ein moderner Baustoff mit traditionellen Wurzeln, der im Denkmalschutz zahlreiche Vorteile bietet. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist er der ideale Partner für die fachgerechte Sanierung und Restaurierung historischer Gebäude. Wer auf Trasszement setzt, investiert in den dauerhaften Erhalt wertvoller Bausubstanz – vorausgesetzt, die Maßnahme wird mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und fachgerecht ausgeführt.

Fr., 13.06.2025
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Sachverständigenwesen

Sachverständige können Vorschüsse verlangen, da die Erstellung eines Gutachtens mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Dieser…

Sachverständige können Vorschüsse verlangen, da die Erstellung eines Gutachtens mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Dieser Vorschuss deckt z.B. Reisekosten, Materialkosten oder Zeitaufwand ab, bevor das Gutachten vollständig erstellt ist. Dies schützt den Sachverständigen vor finanziellen Risiken, insbesondere bei umfangreichen oder langwierigen Projekten.

Die strikte Trennung der Vergütung vom Ergebnis des Gutachtens ist für die Unabhängigkeit und Objektivität des Sachverständigen unerlässlich. Die Vergütung darf niemals an ein bestimmtes Ergebnis geknüpft sein, da dies die Neutralität des Sachverständigen gefährden würde. Diese Regelung stärkt das Vertrauen in die objektive und unparteiische Arbeit des Sachverständigen.

Unabhängigkeit und Objektivität sind zentrale Prinzipien des Sachverständigenwesens. Nur durch eine neutrale Haltung kann der Sachverständige glaubwürdige und belastbare Ergebnisse liefern, die als Grundlage für wirtschaftliche oder rechtliche Entscheidungen dienen.

Mi., 05.03.2025
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
ATP-Test - Messung der mikrobiologischen Aktivität durch Lumineszensverfahren

Der ATP-Test ist eine spezielle Methode zur Messung spezifischer Informationen über die mikrobiologische Aktivität im Rahmen der Bewertung…

Der ATP-Test ist eine spezielle Methode zur Messung spezifischer Informationen über die mikrobiologische Aktivität im Rahmen der Bewertung von Schimmelpilzschäden. Der ATP-Test dient als ergänzendes Werkzeug, um schnelle und vorläufige Ergebnisse zu erhalten.

Die ATP-Methode liefert schnelle Ergebnisse, um präzise biologische Kontaminationen zu quantifizieren, und ermöglicht dadurch schnelle Entscheidungen im Vergleich zu traditionellen Methoden. Mittlerweile in der dritten Generation liefert der ATP-Test bei sachgemäßer Anwendung spezifische und zuverlässige Ergebnisse mit hoher Empfindlichkeit. Die ATP-Methode ist eine wichtige Ergänzung zu Feuchtemessungen, Thermografie und ggf. nachfolgenden Laboranalysen.

Der von mir verwendete Lumitester Smart nutzt ein Biolumineszenzverfahren, das auf dem Leuchtstoff Luciferin basiert. Die Menge an ATP, ADP und AMP in der Probe wird über die Intensität des erzeugten Lichts gemessen, was Rückschlüsse auf die mikrobielle Belastung oder organische Verunreinigungen zulässt.

Do., 03.10.2024
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Schimmelpilzanalysen

Schimmelpilzbefall in Wohnräumen tritt häufig auf. Ursachen sind meist bauliche Mängel, Wasserschäden oder Nutzerverhalten. Bei den Bewohnern können…

Schimmelpilzbefall in Wohnräumen tritt häufig auf. Ursachen sind meist bauliche Mängel, Wasserschäden oder Nutzerverhalten. Bei den Bewohnern können die über die Raumluft aufgenommenen Schimmelpilzsporen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Je früher Schimmelpilzwachstum erkannt wird, desto geringer ist in der Regel der wirtschaftliche Schaden.

In folgenden Fällen sollten Sie sich an mich wenden:

  • Es ist sichtbarer Schimmelpilzbefall vorhanden.
  • Es liegt kein sichtbarer Schimmelpilzbefall vor, aber Sie nehmen einen für Schimmelpilze typischen holzigen, modrigen, erdigen oder einfach muffigen Geruch wahr.
  • Es liegt kein sichtbares Schimmelpilzwachstum vor, aber Sie oder Ihre Kinder haben gesundheitliche Beschwerden, die vermutlich durch Mikroorganismen verursacht werden.

Mit moderner Messtechnik und Laboranalysen kann ich das Ausmaß der Schimmelpilzbelastung ermitteln und Sie bei der Sanierung kompetent unterstützen.

Folgende Untersuchungs- und Nachweisverfahren sind möglich:

  • Schadensaufnahme – Ich kann die Schadensaufnahme nach den Vorgaben des Umweltbundesamtes mit Begehungsbericht durchführen.
  • ATP-Messung – schnelle Ergebnisse über biologische Kontaminationen vor Ort
  • Entnahme von Materialproben – Bei sichtbarem Schimmelpilzbefall kann ich anhand von Materialproben wie z.B. Tapeten, Putz, Holz aber auch Wasser aus Lüftungsanlagen prüfen, ob eine Belastung vorliegt.
  • Oberflächenkontaktproben – Für zerstörungsfreie Untersuchungen kann ich Klebefilmproben von Oberflächen nehmen.
  • Entnahme von Luftproben – Bestimmung der Gesamtsporen aus der Luft durch meinen Netzwerkpartner Frau Dr. Stolz, MSt Bioanalytik.
  • Messung der Bauteilfeuchte – Zur Abschätzung des Feuchtegehaltes kann ich mit moderner Messtechnik die Feuchte in Bauteilen nachweisen.
  • Thermografie – Bestimmung der Oberflächentemperatur und Erkennung von Feuchtigkeit
  • Bericht Mikrobiologie – Anhand meiner Proben kann mein Netzwerkpartner MSt Bioanalytik (mikrobiologisches Labor) einen ausführlichen schriftlichen Befund erstellen.

Auf Wunsch dokumentiere ich die Untersuchungsergebnisse in einem übersichtlichen Bericht oder Gutachten und schlagen Maßnahmen für eine fachgerechte Sanierung (Sanierungskonzept) vor.

Fr., 19.04.2024
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Oberirdische Wanddurchführung für Außenheiten von Luft/Wasser-Wärmepumpen - Teil 2

DOYMA, Hersteller von Abdichtungs- und Brandschutzsystemen, bietet ein Wärmepumpeneinführungssystem für oberirdisch verlegte Anschlussleitungen in verschiedenen Ausführungen an. Das…

DOYMA, Hersteller von Abdichtungs- und Brandschutzsystemen, bietet ein Wärmepumpeneinführungssystem für oberirdisch verlegte Anschlussleitungen in verschiedenen Ausführungen an. Das System DOYMAfix® ist sowohl im Neubau als auch im Bestand für alle gängigen Wandaufbauten einsetzbar.

Technische Daten laut Hersteller:

– Luftdichtheit nach DIN EN 13829

– Spritzwasserdicht, IP44 nach DIN EN 60529

– Schallschutz nach DIN 4109-2

– Korrosionsfreies Bauteil

– je nach Ausführung auch mit integrierter Wärmedämmung

 

Meines Wissens ist dies derzeit das einzige auf dem Markt erhältliche Komplettsystem.

 

Abbildung: Copyright DOYMA GMBH & Co

Do., 21.03.2024
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Oberirdische Wanddurchführung für Außeneinheiten von Luft/Wasser-Wärmepumpen - Teil 1

Für den Anschluss des Außengerätes einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ist bei Wohngebäuden mit HAR im Erdgeschoss eine Wanddurchführung zur Einführung…

Für den Anschluss des Außengerätes einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ist bei Wohngebäuden mit HAR im Erdgeschoss eine Wanddurchführung zur Einführung der oberirdisch verlegten Anschlussleitungen erforderlich. Bei der Ausführung ist die Schwingungsentkopplung zu berücksichtigen. Wird diese nicht berücksichtigt, übertragen sich Vibrationen der durchgeführten Leitungen auf die Wände, in denen sich die Schwingungen auf die angrenzenden Bauteile übertragen. Weiterhin bestehen Anforderungen an die Luftdichtheit (innen), die Wärmedämmung  und den Spritz- und Schlagregenschutz (außen) der Durchführungen.

Das Foto steht beispielhaft für Dutzende von Einbausituationen, die bei Abnahmen als unzulässig festgestellt wurden.

Do., 21.03.2024
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Förderprogramme

BAfA-Förderung für Gebäudesanierung Verbraucher können seit dem 19.01.2024 wieder Fördermittel des Bundes für verschiedene Maßnahmen beantragen, zum Beispiel…

BAfA-Förderung für Gebäudesanierung
Verbraucher können seit dem 19.01.2024 wieder Fördermittel des Bundes für verschiedene Maßnahmen beantragen, zum Beispiel für Energieberatungen. Im Dezember 2023 hatte die Bundesregierung zahlreiche Förderprogramme zur Steigerung der Energieeffizienz von Immobilien eingestellt. Die Förderung läuft vorerst im bisherigen Umfang (wie 2023) weiter. Für Verbraucher besonders relevant ist die Wiederaufnahme der Förderung von Energieberatungen. Bei Wohngebäuden erstattet der Staat bis zu 80 Prozent der Kosten für die Energieberatung. Gefördert wird zum Beispiel die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist die Förderung auf 1.300 Euro begrenzt, bei Gebäuden ab drei Wohneinheiten gibt es bis zu 1.700 Euro.

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie Unterstützung bei der Sanierung von Gebäuden, die dauerhaft Energiekosten einsparen.
Im Rahmen der Antragstellung für die BEG ist es für bestimmte Maßnahmen erforderlich, einen Energieeffizienz-Experten (EEE) hinzuzuziehen. Dies gilt für

– Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
– Anlagentechnik (ausgenommen Heizung)
– Errichtung, Umbau und Erweiterung eines Gebäudenetzes
– Anträge mit iSFP-Bonus
– Fachplanung und Baubegleitung

KfW-Neubauförderung *startet im Februar*
Wer neu bauen will, muss sich noch gedulden: Das KfW-Förderprogramm für klimafreundliche Neubauten soll erst im Februar wieder starten.

Mo., 29.01.2024
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Was ist neu im novellierten GEG 2024?

Die Bestimmungen des GEG 2024 umfassen 115 Paragraphen. Im Folgenden werden einige Änderungen gegenüber dem Vorgänger in Kurzform…

Die Bestimmungen des GEG 2024 umfassen 115 Paragraphen. Im Folgenden werden einige Änderungen gegenüber dem Vorgänger in Kurzform dargestellt. Konkrete Informationen für geplante Projekte können dem Gesetzestext entnommen werden. Zu beachten ist, dass die Länder noch Durchführungsbestimmungen zum Gesetz erlassen müssen, die in Brandenburg noch nicht einmal für das GEG 2020 vorliegen.

  • Bestehende Heizungsanlagen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Für den Austausch von Öl- oder Gas-Wärmeerzeugern, die nicht repariert werden können, gibt es Übergangslösungen und -fristen.
  • Jede neu installierte Heizungsanlage muss 65% Erneuerbare Energien nutzen. Dies gilt für ab Januar 2024 beantragte Baugenehmigungen für Neubauten in Neubaugebieten. Für Neubauten in bestehenden Baugebieten sowie für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen, die von der Größe der Kommune und der kommunalen Wärmeplanung abhängen, die ein künftiges Gesetz regeln soll.
  • Neue Gasheizungen dürfen in Großstädten (>100.000 Einwohner) unter bestimmten Voraussetzungen noch bis 2026, in kleineren Kommunen bis 2028 eingebaut werden, wenn eine verpflichtende Beratung insbesondere zu den wirtschaftlichen Risiken bei möglichen Preissteigerungen erfolgt.
  • Bis zu 10 % der Modernisierungskosten können unter Anrechnung der staatlichen Förderung auf Mieter umgelegt werden.
  • In Wohngebäuden ab 6 Wohneinheiten müssen alte Umwälzpumpen bis Ende 2026 durch energieeffiziente Pumpen ersetzt werden.
  • Im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude – BEG“ kann bei energetischen Sanierungen eine Grundförderung von 30 % der Investitionskosten und eine einkommensabhängige Förderung für untere und mittlere Einkommen von weiteren 30 % gewährt werden. Der vorzeitige Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung vor 2028 wird mit einem „Klimageschwindigkeitsbonus“ von 20% belohnt.
  • Heizungswärmepumpen in Mehrfamilienhäusern sowie ältere Heizungsanlagen sollen einem Effizienzcheck unterzogen und optimiert werden.
Mi., 29.11.2023
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Energieausweis

Ein Energieausweis ist ein Dokument, das Informationen über den Energieverbrauch und die Energieeffizienz eines Gebäudes liefert. Er gibt…

Ein Energieausweis ist ein Dokument, das Informationen über den Energieverbrauch und die Energieeffizienz eines Gebäudes liefert. Er gibt Auskunft über den energetischen Zustand einer Immobilie und ermöglicht es potenziellen Käufern oder Mietern, den Energiebedarf und die damit verbundenen Kosten abzuschätzen.

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.

– der Bedarfsausweis basiert auf einer umfassenden Analyse des Gebäudes und seiner energetischen Eigenschaften.

– der Verbrauchsausweis hingegen basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der Vergangenheit, die neben der Qualität der thermischen Hülle auch stark vom Nutzerverhalten abhängen und daher für Dritte kaum aussagekräftig sind.

Ein Energiebedarfsausweis bietet mehrere Vorteile:

  1. Transparenz: Er liefert Informationen über den Energieverbrauch und die Energieeffizienz einer Immobilie, was potenziellen Käufern oder Mietern bei ihrer Entscheidung hilft.
  2. Kostenersparnis: Ein energieeffizientes Gebäude verbraucht weniger Energie und führt daher zu niedrigeren Energiekosten für die Bewohner.
  3. Planungshilfe: Der Energieausweis kann als Grundlage für Modernisierungsmaßnahmen dienen, um die Energieeffizienz eines Gebäudes zu verbessern.

In Deutschland ist bei Verkauf und Vermietung ein Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben. Dies dient dazu, den Immobilienmarkt transparenter zu gestalten und den Verbrauchern Informationen zur Energieeffizienz zur Verfügung zu stellen.

Di., 16.05.2023
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Klimasimulation

Durch affine Umskalierung einer Momentaufnahme (unter tatsächlich vorgefundenen Bedingungen aufgenommenes Thermogramm) können für verschiedene Innen- und Außentemperaturen die…

Durch affine Umskalierung einer Momentaufnahme (unter tatsächlich vorgefundenen Bedingungen aufgenommenes Thermogramm) können für verschiedene Innen- und Außentemperaturen die jeweiligen Oberflächentemperaturen auf der Innenseite simuliert und im Hinblick auf die Unterschreitung des Taupunktes ausgewertet werden. Zum Zeitpunkt des Ortstermins müssen ausreichend stationäre Bedingungen herrschen. Bei konstanter Innentemperatur sollte die Außentemperatur über mehrere Tage mindestens 10°K unter der Innentemperatur liegen. Im Beispiel oben wurde das Thermogramm bei 21°C innen und 1°C außen (24h-Mittelwert) aufgenommen und eine Simulationsreihe erstellt. Das abgebildete Beispiel zeigt eine Feuchteserie bei konstanter simulierter Temperatur.

 

Das Verfahren kann Hinweise liefern, ob fehlerhaftes Nutzerverhalten oder bauliche Gründe für eine vorgefundene Schimmelpilzbildung verantwortlich sind.

Di., 01.03.2022
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Trinkwasserhygiene

Die größte Bedeutung für die Trinkwasserhygiene in Gebäuden haben Legionellen. Legionellen vermehren sich in Trinkwasserinstallationen insbesondere in einem…

Die größte Bedeutung für die Trinkwasserhygiene in Gebäuden haben Legionellen. Legionellen vermehren sich in Trinkwasserinstallationen insbesondere in einem Temperaturbereich von 25° – 55° C (starkes Wachstum zwischen 30°C und 45°C).

Unzulässige Aufwärmungen des Trinkwassers kalt (PWC) von mehr als 25°C (empfohlen ≤ 20° C) können zu hohen Kontaminationen mit Legionellen und damit zu einer Gesundheitsgefährdung durch den Nutzer führen. Warmes Trinkwasser (PWH) darf nach vollständigem öffnen einer Entnahmestelle nach 3 Litern nicht kälter als 55°C sein. Ziel bei der Errichtung der Trinkwasserinstallation muss sein, dass sich die Trinkwasserqualität auf seinem Weg vom Wasserzähler zu den Zapfstellen nicht verschlechtert.

Die Temperaturmessung durch den Sachverständigen erfolgt über einen modernen Durchfluss-Datenlogger der gleichzeitig Volumenströme und Temperaturverläufe an den möglichst am weitesten entfernten, endständigen Entnahmestellen aufzeichnet. Hierbei sollen Temperaturen im Trinkwasser (PWC/PWH) in den drei Abschnitten

  • Einzelzuleitung zur Entnahmestelle (nach 1 l)
  • Verteilung Etage bzw. Strang (nach 3 l) und
  • Strang (nach 5 l)

gemessen werden. Nach der Durchführung und Auswertung der Messung kann der Sachverständige eine hygienisch-technische Einschätzung der Installation vornehmen.

Mo., 31.05.2021
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
ATV DIN 18340 Trockenbau

Wandbekleidungen und Vorsatzschalen, nichttragende, innere Trennwände sowie Deckenbekleidungen und Unterdecken werden regelmäßig im Trockenbau ausgeführt. Oftmals sind den…

Wandbekleidungen und Vorsatzschalen, nichttragende, innere Trennwände sowie Deckenbekleidungen und Unterdecken werden regelmäßig im Trockenbau ausgeführt. Oftmals sind den häufig fachfremden „Trockenbaumonteuren“ Standardkonstruktionen, Arbeitsabläufe und Verarbeitungsregeln nicht bekannt oder werden nicht eingehalten. Auf Grund von fehlenden Grundkenntnissen der Baustofftechnologie und der Bauphysik (z. B. Mörteltechnologie, Bindemittel, Holz, Holzwerkstoffe, Wärme-, Schall- und Brandschutz) kommt es zu Baufehlern aus denen Mängel oder Bauschäden resultieren können.

Bild: Bei der Beplankung dürfen keine Plattenstöße in der Verlängerung der Türzarge liegen (Versatz ≥ 15 cm). Man hätte senkrecht über dem Sturz ein zusätzliches CW-Profil einstellen oder die Platte über den Sturz bis zum nächsten Ständer ziehen müssen. Der Baufehler wurde im Rahmen einer baubegleitenden Qualitätsprüfung erkannt und konnte so vor der Bauendabnahme beseitigt werden.

Fr., 30.04.2021
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Betondeckung

Die Betondeckung ist der minimale Abstand zwischen einer Bewehrungsoberfläche und der Betonoberfläche. Die Betondeckung soll den Verbund zwischen…

Die Betondeckung ist der minimale Abstand zwischen einer Bewehrungsoberfläche und der Betonoberfläche. Die Betondeckung soll den Verbund zwischen Betonstahl und Beton, den Brandschutz und den Schutz der Bewehrung vor Korrosion sicherstellen.

Während der Ausführung müssen auf der Baustelle Bewehrungspläne vorliegen, aus denen die einzuhaltende Betondeckung hervorgeht.

Eine zu geringe Betondeckung führt zu Schäden an Stahlbetonbauteilen. Zum Beispiel kann die Abdichtung im Bereich der Bodenplatte in Folge der Korrosion des Betonstahls geschädigt werden und damit ihre schützende Funktion verlieren. Daraus können dann Feuchteschäden im Sockelbereich bis hin zu Schäden im Innenbereich entstehen.

Der richtige Zeitpunkt zum kontrollieren der Bewehrung durch die Objektüberwachung ist vor dem Betonieren der Bodenplatte. Im Rahmen der Baubegleitenden Qualitätsüberwachung kann die Betondeckung auch nach der Herstellung der Bodenplatte stichprobenartig gemessen werden.

Mi., 31.03.2021
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Schlagregendichte Anschlüsse Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Sämtliche Anschlüsse eines WDV-Systems müssen schlagregendicht ausgeführt werden. Häufig sind Ausführungsfehler im Bereich von durchdringenden Kabeln und Leitungen,…

Sämtliche Anschlüsse eines WDV-Systems müssen schlagregendicht ausgeführt werden. Häufig sind Ausführungsfehler im Bereich von durchdringenden Kabeln und Leitungen, Außensteckdosen, Befestigungen von Regenfallrohren und Fensterbänken zu bemängeln. So kann Wasser in die Baukonstruktion eindringen und diese schädigen. Im Folgenden kann es zu Feuchte- und Schimmelpilzschäden im Innenraum kommen.

Bei der stichprobenartigen Qualitätskontrolle sollte eine Inaugenscheinnahme der Fassadenarbeiten und Wärmedämmung zum Beginn der Klinker- oder Verputzarbeiten erfolgen.

So., 28.02.2021
Bausachverständigenbüro Dierk Schumacher
Leitungen auf Rohdecken nach DIN 18015-1:2020-05

Die DIN 18015-1:2020-5 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Teil 1: Planungsgrundlagen ersetzt die DIN 18015-1:2013-9.

Nach der im Mai…

Die DIN 18015-1:2020-5 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Teil 1: Planungsgrundlagen ersetzt die DIN 18015-1:2013-9.

Nach der im Mai 2020 neu erschienenen DIN 18015 Teil 1 ist nach Abschnitt 4.5 die Verlegung von Kabeln und Leitungen auf der Rohdecke, für den Schutz gegen Beschädigung, nur noch in Elektroinstallationsrohren oder in Elektroinstallationskanälen zulässig. Durch diese Schutzmaßnahme soll vor allem die Zerstörung der auf dem Fußboden verlegten Kabel und Leitungen durch andere, am Bau beteiligte Personen verhindert werden.

Neben dem mechanischen Schutz fordert die Norm, im Abschnitt 6.2.1, die Auswechselbarkeit von Kabeln und Leitungen der Telekommunikation bzw. Information und Kommunikation. Die Führung der Kabel und Leitungen in Rohren ist daher durchaus sinnvoll.

Bei der stichprobenartigen Qualitätskontrolle sollte eine Inaugenscheinnahme der Rohinstallation Elektro (Grundinstallation in der Rohbauphase) vor dem Innenputz und vor der Dämmung unter dem Estrich erfolgen.

So., 31.01.2021

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